Historisches Sachsen
Das Portal für die Schlösser, Burgen und historischen Ruinen im Freistaat Sachsen
Freistaat SachsenSchlösser & BurgenTagestourenSucheTour 6 - Nördlich von Meißen   
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Meißen, die Wiege Sachsens, gehört zu den reizvollsten alten Städten des Freistaates. Der gesamte Altstadtbereich gleicht einem Freilichtmuseum.
Thietmar von Merseburg berichtete in seiner Chronik, dass die Gründung der Burg Misni als erster Stützpunkt der Deutschen in slawischen Landen durch König Heinrich I. im Jahr 929 erfolgt sei. Bereits 968 stiftete Kaiser Otto I. das Bistum Meißen, das bis 1581 bestand. Ziel der Gründung waren die Ostexpansion und die Unterwerfung der Slawen. 1089 kamen Meißen und die Markgrafschaft Meißen an die Wettiner.
Um 1200, nach vielen kriegerischen Auseinandersetzungen, begann unter Markgraf Dietrich die friedliche Entwicklung und damit die planmäßige Erweiterung der Siedlung zur Bürgerstadt. Bereits im 13. Jahrhundert wurde eine Brücke über die Elbe errichtet und im 14. Jahrhundert die verschiedenen Teile der mittelalterlichen Stadt durch eine Mauer umschlossen.
Wenn die zahlreichen Besucher der Stadt heute den wohlklingenden Namen Meißen hören, denken sie meistens an das edle Porzellan der Meißner Porzellanmanufaktur, das die Stadt weltbekannt gemacht hat. Auch wenn die ersten Stücke des weißen Goldes nicht aus Meißen stammen sollen - dem Ruhm der Stadt tut dies keinen Abbruch.
Meißens bauliches Wahrzeichen ist jedoch nicht die Porzellanmanufaktur, sondern der Burgberg mit seinem großartigen Ensemble aus Dom, Bischofsschloss, Kornhaus und der Albrechtsburg, dem ersten deutschen Schlossbau und einem der schönsten Profanbauten der Spätgotik in Deutschland.

Albrechtsburg Meißen


Der Platz, den Heinrich I. 929 als ständiges Heerlager auswählte, war wohlbedacht. Der Berg an den Ufern der Elbe bot Überblick und Schutz vor Feinden, denn schließlich befand man sich auf feindlichem Land, auf slawischem Siedlungsgebiet. Ab dem 11. Jahrhundert beherrschten gleich drei Machthaber den Burgberg: der Markgraf, der Bischof und ab 1068 auch noch ein Burggraf, der als militärischer Kommandant der Reichsburg die Interessen des Kaisers vertrat. Mit Heinrich von Eilenburg zog 1089 erstmals ein Wettiner in die Burg ein.
Im 12. Jahrhundert ging der Reichseinfluss in der Mark Meißen jedoch zurück und die Wettiner konnten ihre Landesherrschaft immer stärker ausbauen. In der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts hatte sich die politische Macht der Markgrafen so gefestigt, dass sie keine weitere Feudalgewalt mehr neben sich dulden mussten. Die Bischöfe waren gezwungen, ihre Residenz zu verlegen und auch die Burggrafen, die lange ihre Stellung als gleichrangige Reichsfürsten gegenüber den Markgrafen behaupten konnten, zogen sich ins Erzgebirge zurück. 1439 verloren sie endgültig ihre Position auf dem Burgberg.
Als im 15. Jahrhundert die wettiner Herrschaft zum bedeutendsten Kurfürstentum neben dem Kaiserhaus aufstieg, entstand die Albrechtsburg in ihren heutigen Ausmaßen. Auftraggeber für die imposante Anlage waren die Brüder Ernst und Albrecht von Wettin, die gemeinsam über Sachsen und Thüringen regierten.
Unter der Leitung des bedeutenden Baumeisters Arnold von Westfalen begann 1471 die Errichtung der neuen Residenz. Arnold von Westfalen revolutionierte als kurfürstlicher Baumeister entscheidend die vorherrschende spätgotische Baukunst. Neuartig - und noch heute zu bestaunen - sind die "Vorhangbogenfenster", der Verzicht auf die für die Gotik üblichen Strebenpfeiler und die einzigartigen Gewölbeformen, die "Zellengewölbe", die ihm den Ehrentitel "Meister der Wölbungsbaukunst" eintrugen.
Ihren Namen erhielt die Albrechtsburg erst 1676 durch Johann Georg II. in Verehrung für Albrecht den Beherzten, einen der Erbauer.
Als Meisterwerk des Treppenbaus ist der aus 111 Stufen bestehende "Große Wendelstein" an Leichtigkeit und filigraner Schönheit, die auf einer gewagten Konstruktionslösung beruhen, bis heute unübertroffen. Der große Wendelstein ist die repräsentative Haupttreppe des Schlosses. Über ihn gelangte man vom Hof unmittelbar in den Festsaal und die kurfürstlichen Räume.
Trotz der Raffinesse des Bauwerks blieb die Albrechtsburg stets ein Nebenschauplatz der sächsischen Historie. Als es 1485 in Leipzig zur Teilung des sächsischen Landes kam, da sich die beiden Brüder zerstritten hatten, wurde die Albrechtsburg - die ursprünglich als Wohnsitz und Verwaltungszentrum gedacht war - nur noch als gelegentlicher Aufenthaltsort genutzt. Kurfürst Ernst ging nach Thüringen; Herzog Albrecht entschied sich für Dresden als Residenzstadt. Unter Herzog Georg vollendeten die Baumeister in den Jahren 1521 bis 1524 das Ensemble.
Aus heutiger Sicht ist diese Zurückhaltung der beiden Ersteigentümer kaum zu verstehen, hatte der Baumeister Arnold von Westfalen doch etwas Besonderes geschaffen, ein Bauwerk überwiegend im gotischen Stil, doch bereits mit Elementen der Renaissance. Aber die verschmähte Burg konnte aus ihrer Nichtnutzung auch bedeutende Vorteile ziehen, blieb sie doch von barocken Modernisierungen verschont und präsentiert sich heute in ihrem spätgotischen Aussehen, wie sie einst Arnold von Westfalen schuf. Die Albrechtsburg gehört heute zu den wenigen unverfälscht erhaltenen spätgotischen Profanbauten.
Bekanntheit erlangte die Albrechtsburg auch durch die Meißner Porzellanmanufaktur, die auf Geheiß Augusts des Starken 1710 hier unterkam. Ursprünglich nur einige Räumen belegend, dehnte sich die Manufaktur rasch auf das ganze Gebäude aus. 50 Jahre später beschäftigte die Manufaktur bereits über 700 Personen.
Einen dementsprechenden Anblick bot auch das Schloss. Neben den erforderlichen Werkzeugen lagerte auch Brennmaterial in den kostbaren Sälen. Als dann auch noch Maschinen die Produktion beschleunigte, entschloss man sich, die Manufaktur auszulagern. Bis 1863 blieb die Manufaktur in der Albrechtsburg, dann wurde sie ins Triebischtal verlegt. Seitdem geht der Ruhm dieses Schlosses um die Welt.
Aber nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch nach dem Ende der DDR schrieben die historischen Räume Geschichte: Am 3. Oktober 1990 gründete sich hier der Freistaat Sachsen.
Wenn der Besucher heute mit Filzpantoffeln über das Parkett der Großen Hofstube - einem der wohl schönsten Räume der Albrechtsburg - gleitet, lässt sich erahnen, welch Glanz einst das Gebäude füllte. Hofstuben dienten im Mittelalter als Aufenthalts- und Speiseräume. Sie waren - im Gegensatz zum Großen Saal, den man nur gelegentlich nutzte - der Mittelpunkt des täglichen Lebens für die Bewohner. Mit 34 Metern Länge und 13,5 Metern Breite ist die Große Hofstube der größte Raum des Schlosses. Die beiden Gemälde an der Giebelseite, geschaffen von Alfred Diethe (1836-1919), zeigen Szenen aus der Jugend der Prinzen Ernst und Albrecht. Ein 1773 im Erdgeschoss ausgebrochener Brand beschädigte die Große Hofstube erheblich. Erst im 19. Jahrhundert erhielt der Saal sein imposantes Rippengewölbe. Seitdem dient er auch als Festsaal.
Neben der Großen Hofstube verströmt auch der Wappensaal den Hauch des Besonderen. Der Wappensaal stammt aus der letzten Bauphase der Albrechtsburg von 1521 bis 1524. Sein Schlingrippengewölbe unterscheidet sich von den anderen Gewölben des Schlosses.
Seit 1881 ist die Albrechtsburg ein Museum. Publikumsmagnet heute ist die große Dauerausstellung "Mittelalterliche Plastik", ein Genuss für Kunstfreunde. In diesem Juwel der sächsischen Elbschlösser und bedeutenden Erbe mittelalterlicher deutscher Kultur hat auch die Gegenwart ihren Platz gefunden.
Mit der Wiedereröffnung des "Oberen Promenadenwegs" entlang der Außenmauern von Kornhaus, Albrechtsburg und Dom stellten die Stadtväter 2005 auch ein wichtiges Bindeglied des Historischen Rundwegs um die Albrechtsburg wieder her. Der Rundweg, der zu den regulären Öffnungszeiten der Albrechtburg begangen werden kann, eröffnet dem Besucher neue Perspektiven mit Ausblicken über das Elbtal. Verschiedene Treppenanlagen ermöglichen den Zugang zum Domplatz und in die historische Altstadt mit ihren neu renovierten Häusern.
Bereits im 15. und 16. Jahrhundert wurde der Hang unterhalb der heutigen Albrechtsburg als fürstlicher Tiergarten genutzt. Nach 1863 erarbeitet der königliche Gartenbaudirektor Gustav Friedrich Krause ein Konzept zur Gestaltung einer romantisch geprägten Parklandschaft mit Brücken, Terrassen und Treppenanlagen. Die so konzipierte Parkanlage erweiterte man um 1900 durch Abtragung der Mauer unterhalb des Bischofsturmes und den Ausbau des Wegesystems. Nach einem langsamen Verfall im 20. Jahrhundert und der umfassenden Sanierung in den Jahren 2002 bis 2005 präsentiert sich die historische Gartenanlage wieder im alten Glanz.
Wer heute das Areal um die Albrechtsburg besucht, kann sich an einem der geschichtlich interessantesten und schönsten baulichen Ensembles Sachsens erfreuen.

Auch für Sportbegeisterte hat Meißen etwas zu bieten: Entlang des Ufers der Elbe zieht sich von Dresden nach Riesa ein Radweg, vorbei an den Schlössern Hoflößnitz, Wackerbarth, Seußlitz und Promnitz. Lohnenswert sind auch kurze Abstecher zu den Schlössern Gauernitz, Siebeneichen und Hirschstein.

Schloss Seußlitz


Nach der Überquerung der Elbe führt uns der Weg weiter nach Diesbar-Seußlitz. Diesbar-Seußlitz, 9 km nordöstlich von Meißen, gehört mit 9 Grad Celsius Jahresmitteltemperatur zu den wärmsten Gegenden in Sachsen. So verwundert es auch nicht, dass das Dorf im nördlichsten Weinanbaugebieten an der Elbe liegt. Der Weinanbau hat hier eine 700jährige Tradition, denn bereits Ende des 13. Jahrhunderts soll Markgraf Heinrich der Erlauchte dem Kloster Seußlitz einen Weinberg übereignet haben.
Neben dem Weinanbau hat Diesbar-Seußlitz aber auch ein imposantes Schloss zu bieten. Das Schloss liegt in einem Seitental der Elbe, dem Seußlitzer Grund. Eine kurze Allee führt vom Fluss hinauf. Weiß und gelb leuchten die Schlossmauern und werden gerahmt von zwei Weinberghäuschen auf den terrassierten Weinbergen.
Bereits 1250 bis 1265 ließ Markgraf Heinrich der Erlauchte ein Landschloss errichten, stiftete dieses aber 1268 auf Wunsch seiner zweiten Frau, Agnes von Böhmen, den Klarissinnen als Nonnenkloster. Das Seußlitzer Kloster war bis 1541 das Hauskloster der Schwestern der sächsischen Markgrafen und Kurfürsten. Dann - unter Zwangsverwaltung gestellt - wurde es 1545 von dem kursächsischen Kanzler Dr. Simon Pistorius erworben und in ein Wohnschloss im Renaissancestil umgebaut. Pistorius lebte von 1549 bis 1562 im Schloss.
Die Nachkommen des Kanzlers Pistorius besaßen das Schloss bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts. 1722 fiel der Besitz an Graf Heinrich von Bünau, der ihn vom berühmten Baumeister der Dresdner Frauenkirche, Georg Bähr, zur barocken Dreiflügelanlage umbauen ließ. In der Mitte führt eine zweiläufige Freitreppe zum Schlosseingang. Ein prachtvoller Dreiecksgiebel betont den Mittelrisalit. Der Grundriss des Schlosses ist symmetrisch angelegt. Im Inneren führt von der Eingangshalle eine geschwungene Treppe in das Obergeschoss. Kamine und Vasen vermitteln den Eindruck eines herrschaftlichen Lebensgefühls und betonen die barocke Ausstattung.
Die sich unmittelbar anschließende Kirche zeigt die gleiche Fassadengestaltung wie der Schlossbau. Georg Bähr baute die ursprünglich gotische Kirche 1726 ebenfalls um. In den Giebeln verraten gotische Spitzbögen die klösterliche Herkunft. Die vier Sandsteinfiguren auf der Parkseite vor der Kirche stammen aus der Werkstatt von Balthasar Permoser. Das Ensemble ist seitdem nur wenig verändert.
Der vorwiegend im französischen Stil angelegte Schlossgarten blieb nahezu in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten. Er geht in den englischen Parkteil mit einem reizvollen Teich über. Kunstvoll angelegte Rasenflächen mit Blumenrabatten sowie die Sandsteinfiguren geben dem Park ein stimmungsvolles Gepräge. Zielpunkt der Gartenanlage ist die einen terrassierten Hang bekrönende Heinrichsburg. Hier bekamen früher die Gäste der Schlossbesitzer den Nachmittagstee oder -kaffee gereicht. Das Winzerhaus am gegenüberliegenden Weinberg trägt den Namen Luisenburg. Die Gebäude sind nach den Kindern des ersten Schlossbesitzers benannt.
In den letzten beiden Jahrhunderten war das Schloss im Besitz verschiedener großbürgerlicher Familien bis es 1945 zum Feierabendheim des ausgebombten Dresdner Maternihospitals wurde. 2003 verkaufte die Gemeinde das Schloss an einen privaten Besitzer. Von seinen hochgesteckten Zielen ist jedoch nichts verwirklicht. Mit Ausnahme der Schlosskirche können die Schlossflügel nicht besichtigt werden.

Schloss & Barockgarten Zabeltitz


Nach den Weinbergen wenden wir uns einer weiteren Oase der Ruhe zu.

Zabeltitz ist seit jeher eng mit der sächsischen Geschichte verbunden. Bereits um 1200 stand an der Stelle des heutigen Palais ein alter Herrensitz, wahrscheinlich einer ortsansässigen Familie. Im 14. Jahrhundert kam Zabeltitz an die Familie von Köckeritz und später an die Herren von Hirschstein. Schließlich erwarb Otto Pflugk 1412 den Besitz. In der Mitte des 16. Jahrhunderts baute Nickel Pflugk die alte Wasserburg zu einem Wohnschloss im Renaissancestil mit umlaufendem Wassergraben um. 20 Jahre später - 1584 - verkaufte er Zabeltitz an den Kurfürsten Christian I., der das Schloss als Jagdsitz nutzen wollte.
Für die Hofhaltung war das herrschaftliche Wohnhaus jedoch zu klein. Man brauchte ein zusätzliches Gebäude, um das Gefolge und die zahlreichen Pferde unterzubringen. Oberzeugmeister Paul Buchner, der in Dresden bereits den Stallhof angelegt hatte, errichtete ab 1588 das Stallgebäude, das selbst wie ein Schloss aussieht und deshalb "Altes Schloss" genannt wird.
Das "Alte Schloss" ist ein langgestreckter zweigeschossiger Renaissancebau mit einem vorgesetzten Treppenturm mit Haube und Laterne an der Gartenseite. Kopfbauten mit stattlichen Giebeln fassen beidseitig das Gebäude ein. Im Erdgeschoss befindet sich eine zweischiffige Halle mit Kreuzgratgewölbe und toskanischen Säulen. Im 1. Stock lagen einst die Wohnräume der kurfürstlichen Jagdgesellschaft.
Kurfürst Christian II. vollendete die Pläne seines Vaters. Das Schloss wurde hauptsächlich als Jagdschloss genutzt. Auch nach dem Dreißigjährigen Krieg, und einigen Schlossreparaturen 1655, hielt der Kurfürst wieder Jagdlager in den Jahren 1657 und 1659 ab. Später diente das Schloss als Witwensitz für die Mutter von August dem Starken, Kurfürstin Anna Sophie. Nachdem August der Starke vergeblich einen Tausch von Zabeltitz gegen Pillnitz mit der Gräfin Cosel versucht hatte, schenkte er seinem treuen Weggefährten und Minister, Generalfeldmarschall August Christoph Graf von Wackerbarth, am 16. Februar 1728 das Rittergut samt Schloss und Parkanlagen.
Mit der Schenkung des Rittergutes an den Grafen Wackerbarth begann eine neue Epoche für Zabeltitz. Rege Bautätigkeit setzte ein; den gesamten Komplex gestaltete der Graf nach Plänen des Baumeisters Johann Christoph Knöffel im barocken Stil um. Das dreigeschossige Palais erhielt ein flaches Walmdach und eine illusionistisch aufgemalte Architekturgliederung. Eine Steinbrücke überquert den Wassergraben vor dem Palais an der Hofseite. Den zurückliegenden Mittelteil mit dem hofseitigen Eingang rahmen hervortretende Eckbauten. Über dem Balkon ist das Wappen von Dr. Arnold von Frege-Weltzien - einem späteren Besitzer - angebracht.
Auf der Parkseite tritt vom Palais ein dominanter Mittelrisalit hervor. Den Dreiecksgiebel schmückt unter einer Grafenkrone das Wappen des damaligen Besitzers Generalfeldmarschall von Wackerbarth.
Nach dem Tode des Adoptivsohnes von Christoph Graf von Wackerbarth, Josef Anton Gabaleon Graf von Wackerbarth-Salmour, ging das Rittergut wieder in den Besitz der Krone über. Den neuen Besitzer, Prinz Xaver, besuchte in dieser Zeit (1766) u.a. der österreichische Kaiser Joseph II.
Im 18. Jahrhundert vernachlässigt, erstand Ende des 19. Jahrhunderts der Kammerherr des Herzogs von Sachsen-Meiningen, Dr. Arnold von Frege-Weltzien, das Anwesen und rettete es so vor dem Verfall. Der Reichstagsabgeordnete von Frege-Weltzien ließ 1897 das Palais umbauen und durch den Architekten Ernst Herrmann die Innenräume umgestalten.
Nach 1945 wurden die Besitzer - wie überall im Land - enteignet. Im Stallgebäude richtete man ein Landambulatorium ein; im Palais eröffnete eine Weiterbildungseinrichtung der Deutschen Reichsbahn. Auch nach der politischen Wende in der DDR verblieb das Palais zunächst bei der Deutschen Bahn. Zwischenzeitlich hat sie das Schulungszentrum jedoch geschlossen. Heute kann das Palais für verschiedene Festlichkeiten gemietet werden.
Das "Alten Schloss" beherbergt Wohnungen, Arztpraxen, das Standesamt und ein Restaurant.
Hinter dem Palais befindet sich ein großer Park, der mit einem Wasserbecken axial zum Palais ausgerichtet ist. Knöffel entwarf die barocke Gartenanlage mit dem 160 m langen Teich und mehreren Plastiken des 18. Jahrhunderts. Die zwei Hermen im Westen des Spiegelteiches sind Werke des Klassizismus und stellen Apollo und Diana dar.
Der Schlosspark in Zabeltitz ist bis heute eine Sehenswürdigkeit, in der man Ruhe und Erholung finden kann. Dominierend ist der "Spiegelteich", der das Palais in voller Größe spiegelt. Um diesen Parkteil im französischen Stil gruppieren sich mehrere kleine Teiche, die von hohen Bäumen gesäumt werden. An verschiedenen Plätzen im Park stehen Sandsteinfiguren; kleine Pavillons und Sitzgruppen laden zum Verweilen ein.

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Albrechtsburg Meißen
Schloss Seußlitz
Barockgarten Zabeltitz
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