Historisches Sachsen
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Beschreibung
An der Bundesstraße 6 von Dresden nach Meißen befindet sich fast unentdeckt auf einem bewaldeten Felsvorsprung eine der ältesten Burganlagen Sachsens. Im 13. Jahrhundert erstmals genannt, diente die Burg Scharfenberg wahrscheinlich als befestigter Ausgangpunkt bei der Kolonisierung slawischer Siedlungsgebiete. Untersuchungen konnten jedoch durch einen Bergfried und eine Zisterne aus dem 12. Jahrhundert eine wesentlich frühere Entstehungszeit bestimmen. Fest steht, dass Scharfenberg im 13. Jahrhundert bereits vollendet war und in der Folgezeit vor allem die Handelswege sowie die reichen Silbervorkommen der Gegend schützte und deshalb häufig zum Streitobjekt zwischen den Meißner Bischöfen und dem Markgrafen von Meißen wurde.
Die Burg Scharfenberg befand sich an der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert in der Hand der Markgrafen. Vom Anfang des 15. Jahrhundert bis 1941 war sie im Besitz einer der bedeutendsten Adelsfamilien Sachsens, derer von Miltitz, sofern diese die Burg nicht wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten zeitweilig verpfändeten oder veräußerten. Zwischenzeitliche Besitzer waren ein Ritter von Vitzthum (der durch seine kühnen Raubzüge bald einen gefürchteten Namen erlangte) und die Herren von Schleinitz.
Im 16. Jahrhundert wurde auf den Resten der alten Anlage ein neues Schlossgebäude errichtet. Nach der Eroberung und teilweisen Zerstörung durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg war es Haubold von Miltitz, der 1654 einen umfassenden Um- und Ausbau vornahm.
Das Schloss hat seine Form bis in die heutige Zeit erhalten, wobei man beim Südost- und Nordwestflügel ältere Gebäudeteile aus dem 14. Jahrhundert einbezog. 1783 brannte der zur Elbe gerichtete Hauptteil des Schlosses einschließlich der Kapelle infolge eines Blitzeinschlags ab und musste abgetragen werden.
Die ursprüngliche Burganlage war jedoch wesentlich verteidigungsgünstiger aufgebaut, als es das heutige Schloss erwarten lässt. Die beiden tief eingeschnittenen Seitentäler nutzend, breitete sich die Burg auf dem geräumigen Bergsporn hoch über der Elbe aus. Vom Hinterland war das Areal durch einen noch heute sichtbaren Abschnittsgraben getrennt. Der Eingang lang nicht an der gegenwärtigen Stelle, sondern auf der Längsseite im Nordwesten. Dort sind auch die ältesten Gebäude zu vermuten. In der Hofmitte gruben Burgenforscher das Fundament eines mit 11 Metern Durchmesser und vier Metern Mauerstärke mächtigen Bergfrieds aus. Eine Zisterne aus dem 12. Jahrhundert diente der Wasserversorgung. Bereits im 14. Jahrhundert nutzte man sie jedoch als Abfallgrube.
Der heutige Besucher betritt die Anlage, die von einer Ringmauer umgeben ist, durch zwei innen offenen Tortürme, an deren Stelle sich einst wohl eine Zugbrücke befand, und durch eine Durchfahrt mit Sterngewölbe aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. An der Hofseite der Durchfahrt befindet sich ein Portal in romanischen Formen. Der Rundturm zwischen Eingang und dem Südostflügel nahm das Burgverlies auf. Giebel und Fenstereinfassungen des Schlosses sind von der Renaissancearchitektur geprägt. Besonders beeindruckend ist das markante Zwerchhaus am Westflügel. Dem auf der Gegenseite befindlichen Südostflügel ist ein durch Sandsteinsäulen getragener hölzerner Laufgang vorgelegt. Im Südostflügel hat sich die Schwarzküche mit einem steinernen Herd erhalten.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts versammelten sich in den Schlössern Scharfenberg, Siebeneichen und Batzdorf bedeutende romantisch-patriotisch gesinnte Literaten und Künstler, wie Novalis, E.T.A. Hoffmann, Theodor Körner u.a., die durch den "Scharfenberger Kreis" Bekanntheit erlangten.
Seit 1997 befindet sich Schloss Scharfenberg in Privatbesitz. Der neue Eigentümer hat zwischenzeitlich viel persönliches Engagement investiert, um die alte Bausubstanz zu erhalten und zu restaurieren. In den Räumen des Schlosses finden regelmäßig Konzerte und Vorträge statt, mit denen die Ideen des Künstlerkreises fortgesetzt werden.
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Bildergalerie
Schloss Scharfenberg
Westflügel des Schlosses
Küche
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Stand: 01.11.2009