Historisches Sachsen
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Buch "Schlösser & Burgen in Sachsen"   Buch "Burgenwanderung durch Sachsen"
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Beschreibung
Die über 1.000jährige überlieferte Geschichte des Schlosses Wurzen beginnt 961 mit einer Schenkungsurkunde Otto I. an das St. Moritz Kloster in Magdeburg, als Civitas Vurcine, im Gau Neletici gelegen, erstmals genannt wurde. Die Warte schützte den Muldeübergang zweier alter Handelsstraßen von Magdeburg / Halle nach Böhmen und Polen. Keramische Funde beweisen jedoch eine intensive Nutzung des Domplatzes schon für die Zeit des 9. Jahrhunderts.
In einer ersten Bauetappe kann vom 9. bis zum 11. Jahrhundert eine ovale Ringburg vermutet werden. In diese Anlage wurde im 12. / 13. Jahrhundert eine Steinburg eingebaut und im 15. Jahrhundert vom heutigen Schloss überformt.
Geschichtlich stand der Burgwardsmittelpunkt im 10. Jahrhundert zunächst unter direkter Verfügung des Reiches. 1017 unterstützte das Reich die Kirchenpolitik im eroberten slawischen Gau, indem die Bischöfen von Meißen, die hier ihren westlichsten Eckpfeiler hatten, das Wurzener Land zur Nutzung erhielten. Die Bischöfe von Meißen waren Reichsfürsten mit weltlichen Herrschaftsrechten. Sie benötigten deshalb Schlösser, in denen sie standesgemäß wohnen konnten, die aber auch als Herrschaftszeichen dienten. Dies führte 1114 zur Gründung eines Kollegiatstifts mit einer Marienkirche.
Wurzen war bis zur Reformation häufig Residenz der Bischöfe. Für sie entstand das Schloss, das durch seine zwei diagonal angeordneten gewaltigen Türme und einen tiefen Wallgraben bis heute seinen trutzigen Charakter behalten hat. Trotz aller Wohnansprüche wollte der Bauherr auf eine gewisse Wehrhaftigkeit nicht verzichten. Die weiße Fassade erscheint sehr schlicht.
Das spätgotische Gebäude des Schlosses ließ Bischof Johann VI. von Saalhausen 1491-97 erbauen und 1508 erweitern. Nach einem Brand erneuerte es Bischof Johann VII. von Schleinitz 1519.
Bereits seit langem war das bischöfliche Gebiet vom wettinischen Territorium umgeben. Nachdem mit Johann IX. von Haugwitz während der Reformation auch der letzte katholische Bischof von Meißen zum neuen Glauben übergetreten war, übernahm der Kurfürst Schloss und Domstift.
Um einen dreieckigen Hof gruppieren sich heute der Dom, das Kornhaus und das Schloss. Ihre engen Verknüpfungen verdeutlichen die Brücken, die eine Verbindung zwischen allen drei Bauwerken herstellen. Das Bischofsschloss hat neben den zwei Rundtürmen auch Vorhangbogenfenster sowie reiche Giebel an den Schmalseiten. Architektonisch stellt das Schloss mit seinem massigen Baukörper, dem trockenen Wallgraben und den beiden Rundtürmen in den Ecken einen Übergang vom mittelalterlichen Burgenbau zur Schlossarchitektur der Renaissance dar. Die Raumgliederung, die Vorhangbogenfenster sowie die Zellengewölbe weisen auf eine Verbindung mit dem Schloss Albrechtsburg in Meißen und seinem Baumeister Arnold von Westfalen hin.
Nach seiner Nutzung als Amtsgericht und Polizeirevier dient das Schloss Wurzen heute als Restaurant und Hotel.
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Schloss Wurzen
Südostturm
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Stand: 10.11.2013