Historisches Sachsen
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Beschreibung
Der Jägerhof am rechten Elbufer zählt zu den wenigen erhaltenen Zeugen vorbarocker Dresdner Baugeschichte. Er wurde 1568-1617 am ehemaligen Standort eines abgetragenen Augustinerklosters errichtet und diente - wie es der Name bereits sagt - der ausgeprägten Jagdleidenschaft sächsischer Kurfürsten.
Der Jägerhof hat im Laufe der Jahrhunderte mancherlei Erweiterungen und Veränderungen erfahren, die sich bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts erstreckten. Im 17. Jahrhundert waren hier zunächst 350 Hunde, 40 Bären, 25 Luchse sowie Löwen, Leoparden und Affen untergebracht. Später baute man weitere Gebäudeteile an, so dass der Renaissancekomplex Mitte des 18. Jahrhunderts bereits drei große, von Wohn-, Tier- und Zeughäusern, Ställen und Wagenschuppen umgebene Höfe umfasste. Die Tiere wurden teils angekauft, teils erhielt sie der Kurfürst als Geschenk von anderen Fürsten. 1730 rüstete August der Starke sogar eine Expedition nach Afrika aus, mit der Aufgabe, seltene Tiere entweder lebendig oder in Häuten, Skeletten oder Abbildungen zu erlangen.
Das Ende des Jägerhofes kam 1830 mit dessen Auflösung und der Nutzung als Kavalleriekaserne bis 1877. Dabei wurden zahlreiche Gebäudeteile abgerissen. Von der ehemaligen Vierflügelanlage sind nur der zweigeschossige Westflügel mit einem Renaissancegiebel und die drei Treppentürme erhalten geblieben.
In den folgenden Jahren verfiel der Jägerhof zusehends bis 1913 unter der Leitung des Kunstprofessors Oskar Seyffert in den verbliebenen Restgebäuden des Jägerhofes das "Landesmuseum für sächsische Volkskunst" eingeweiht werden konnte. Voller Stolz berichtete der Landesverein Sächsischer Heimatschutz in seinen Mitteilungen darüber: "Am 6. September d.J. wurde in Gegenwart Sr. Majestät des Königs Friedrich August das im alten, hinter dem Finanzministerium gelegenen Jägerhof eingerichtete Museum für Sächsische Volkskunst festlich geweiht und dem Verkehr übergeben. Damit hat eine langjährige, mühsame und arbeitsreiche Tätigkeit seines Schöpfers, Hofrat Professor O. Seiffert, einen vorläufigen glänzenden Abschluß gefunden." Zu Ehren des ersten Direktors führte das Museum in den Jahren 1927-49 den Namen "Oskar-Seyffert-Museum".
Schnell wuchs die Anzahl der Exponate an. 1944 wies das Museum bereits 30.000 Ausstellungsstücke auf. Obwohl während des 2. Weltkrieges ein großer Teil davon ausgelagert wurde, verbrannten während eines Bombenangriffs 1945 dennoch erhebliche Bestände bei der Zerstörung der Obergeschosse.
Heute sind in den Ausstellungsräumen, die sich über drei Etagen erstrecken, neben Schränken, Truhen und Betten auch zahlreiche Gegenstände des täglichen Lebens, wie Töpfer- und Korbmacherwaren, Keramik- und Zinngeschirr, sowie Trachten, erzgebirgische Schnitzereien, Spielzeug und bergmännische Volkskunst ausgestellt.
Wendelsteine an der Hofseite führen in das Obergeschoss und in den reich geschmückten Jägersaal. Ein Konsolenstein im Renaissancegiebel trägt das kursächsische Wappen und die Jahreszahl 1617.
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Jägerhof Dresden
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Stand: 01.11.2009