Historisches Sachsen
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DVD "Schlösser & Burgen in Sachsen"

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Beschreibung
Das Vogtland ist reich an kulturhistorischen Denkmalen. So finden sich noch eine Vielzahl an bronzezeitlichen Grabhügeln, mittelalterlichen Ringwallanlagen und Burganlagen. Auch in Werda wurde 1938 das steinerne Fundament einer frühen deutschen Wasserburg ausgegraben und unter Denkmalschutz gestellt.
Um 1200 machten deutsche Siedler diesen stark bewaldeten Landstrich urbar und legten dabei einfache Verteidigungsanlagen an. Da es in der Gegend keine leicht zu sichernden Berge oder Felsformationen gab, musste man die Geländebedingungen ausnutzen und baute eine Wasserburg in eine feuchte Niederung. Das wahrscheinlich turmartige Burggebäude stand auf einer Insel und war von hölzernen Palisaden und einem Graben umgeben. Eine Bohlenbrücke führte hinüber. Der Grabenaushub diente zum Aufschütten einer Wallanlage. Auch wenn der Graben heute kein Wasser mehr führt, kann man insbesondere aus der Luft noch sehr gut die ca. 25 x 30 Meter große Insel, den 8 bis 10 Meter breiten Graben und den 1 Meter hohen Wall erkennen.
Aus der alten Wasserburg ging auch das spätere, etwas östlich gelegene Rittergut hervor, dessen Besitzer sowohl adliger, als auch bürgerlicher Herkunft waren. Im 16. Jahrhundert gehörte Werda der Familie von Dölau, die es um 1620 an Adam von Tettau abtrat. Nachfolgende Besitzer waren Georg Röhn und die Familien von Trützschler, von Metzsch und von der Heydte. Schließlich erwarb 1773 Nikolaus Schinnerling, ein Saitenmacher aus Markneukirchen, das Rittergut. Im 19. Jahrhundert gehörte es wiederum Gottlob Ferdinand Gräf, dem ältesten Sohn des Besitzers der Rittergüter Wiedersberg und Magwitz, und später einem Gottlieb Günther. Günther wertete das schlichte Gebäude aus dem 18. Jahrhundert um 1890 mit Turmanbauten auf. Dabei fügte er an den Giebelseiten des rechteckigen und mit einem Walmdach versehenen Herrenhauses jeweils einen dreigeschossigen quadratischen Turm mit unterschiedlichen Dachformen an.
1901 verkaufte Gottlieb Günther das Rittergut an die Stadt Plauen, die das Land als Wassereinzugsgebiet für die geplante Talsperre Werda, die sogenannte Geigenbachtalsperre, benötigte. Die Talsperre wurde von 1904 bis 1909 erbaut und gehört damit zu den ältesten Talsperren in Sachsen. Sie dient der Trinkwasserversorgung der Stadt Plauen sowie weiterer Orte und dem Hochwasserschutz. Das Herrenhaus nutzte die Stadt als Wanderheim.
1927 kaufte der Textilfabrikant Theodor Müller das Gebäude. Durch Erbfolge gelangte das Herrenhaus schließlich an die Familie Rößler. Weil mit dem Herrenhaus nach dem Verkauf des Gutes an die Stadt Plauen keine landwirtschaftlichen Flächen mehr verbunden war, fiel es nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs auch nicht unter die Bodenreform. So wird es heute noch als Wohnhaus der Familie genutzt.
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Bildergalerie
Ringwallanlage Werda
Herrenhaus Werda
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Stand: 25.01.2015