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Beschreibung
Das im Döllnitztal liegende kleine Städtchen Mügeln wird überragt vom Turm des Schlosses Ruhethal. Das Schloss ist jedoch nicht Ausgangspunkt für die Besiedlung des Landes, denn bereits von der Wende des 8./9. Jahrhunderts bis zum Ende des 13. Jahrhunderts war der Festenberg bei Baderitz südlich des Döllnitzbogens ein befestigter Mittelpunkt und Herrensitz einer edelfreien Familie. Burg und Siedlung Mügeln entstanden im Ergebnis einer Verlegung im 13. Jahrhundert vom Festenberg zur heutigen Lage in der Döllnitzaue.
Die Entwicklung von Burg und Stadt gehen auf die Bischöfe von Meißen zurück. 1267 begann der Bischof Withego die lange Reihe der Urkundenausstellungen in Mügeln.
Über das Aussehen der ersten Befestigung gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Es ist davon auszugehen, dass ein relativ kleiner Burgplatz von einem Wassergraben als Annäherungshindernis umschlossen war. Westlich ermöglichte eine Brücke den Zugang zur Burg. Wahrscheinlich war ein kleines Wirtschaftsareal im Norden vorgelagert.
In der heutigen Situation stellt sich der Gebäudekomplex als ein nahezu quadratisches Bauwerk dar, bei dem in der nordwestlichen Ecke auf quadratischem Grundriss ein mächtiger Rundturm positioniert ist. Der Turm erhielt seine Form im 15. Jahrhundert, als der Wehrcharakter der Anlage bereits zurückging. Mit großer Wahrscheinlichkeit markiert er den Standort des Bergfrieds der mittelalterlichen Wasserburg. Die gesamte Außenfassade des dreigeschossigen Dreiflügelbaus ist schlicht gehalten.
Auf einer Tafel sind die Bauperioden vom 13. bis zum 16. Jahrhundert datiert. Demnach errichtete der Meißner Bischof Albrecht II. 1261 die Burg. Withego von Colditz erneuerte und erweiterte sie 1347. Im 15. Jahrhundert herrschten Caspar von Schönberg und Johannes von Weißenbach. 1572 setzte Bischof Johannes IX. von Haugwitz das "gänzlich verfallene" Gebäude in Stand. Die Tafel dürfte den Abschluss der Bauphasen an der Wasserburg zum Ende des 16. Jahrhunderts anzeigen.
Den Namen "Ruhethal" erhielt das Schloss Mügeln im Zusammenhang mit dem Bischof Johannes IX., der 1581 zum Protestantismus übertrat und hier seinen Ruhesitz fand. Nach dem Tod des Bischofs wurde das Schloss 1595 Amt der Stiftsregierung Wurzen. In den nachfolgenden Jahren spielte Schloss Ruhethal keine Rolle mehr. Im 17. Jahrhundert verwendete man die Gebäude für landwirtschaftliche Zwecke; zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfolgte der Umbau zum Justiz- und Rentamt. Heute ist Schloss Ruhethal in privater Hand und wird von den neuen Eigentümern behutsam saniert.
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Schloss Ruhethal
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Stand: 01.11.2009