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Beschreibung
Der Ort Pulsnitz, 1375 durch Karl IV. zur Stadt erhoben, ist seit dem 17. Jahrhundert als "Stadt der Pfefferkuchen" bekannt. Aber nicht nur die Pfefferkuchen haben Pulsnitz - zwischen Kamenz und Radeberg nördlich der A 4 gelegen - bekannt gemacht.
Zu Beginn des 13. Jahrhunderts gehörte Pulsnitz zur Rodeherrschaft des edelfreien Geschlechts des Bernhardus de Polsnitz. Seine Gattin war Margarethe, Tochter des Burggrafen Otto von Dohna. In ihrem Besitz befand sich als Leibgedinge die alte Pulsnitzer Wasserburg, die vermutlich schon um 1200 existierte. Von der mittelalterlichen Burg sind nach ihrem Abriss im 16. Jahrhundert nur noch Mauerreste erhalten geblieben. Die Herren von Pulsnitz starben im 14. Jahrhundert aus und so belehnte König Johann von Böhmen 1344 den Burggrafen Hermann von Golßen mit der Burg. Der aus ihr entwickelte Rittersitz war in den Händen zahlreicher namhafter Adelsfamilien.
Zu diesen gehörten auch die Brüder Eustachius I., Hans Balthasar und Caspar von Schlieben. Auf Eustachius von Schlieben geht das Alte Schloss, der sogenannte Eustachiusbau, zurück - ein zweigeschossiger Renaissancebau an der Stelle der Burg, der über einem stumpfwinkeligen Grundriss errichtet wurde. Doch erst Hans Wolf von Schönberg, der die Herrschaft 1580 an sich brachte, vollendete das Gebäude. Über dem Sitznischenportal befinden sich sein Wappen und das seiner Ehefrau Ursula von Carlowitz. Das Mansard-Walmdach stammt aus dem 18. Jahrhundert.
Eine Besonderheit des Schlosses war dessen Teilung, die sich 1640 unter den Brüdern Hans Georg und Wolf Georg von Schönberg vollzog. Doch Wolf von Werthern, der 1652 das vordere und 1656 auch das hintere Schloss erwarb, konnte diesen Zustand schnell beseitigen und beide Teile wieder zu einem Ganzen vereinigen.
Nachdem das Alte Schloss als repräsentativer Bau nicht mehr ausreichte, errichtete der königlich-polnische und kurfürstlich-sächsische Kammerjunker Johann George von Maxen, der Pulsnitz 1707 erbte, das Neue Schloss. Das Neue Schloss ist ein langgestreckter, zweigeschossiger Barockbau von 1718.
1745 fiel der Besitz an die Familie von Gersdorf, die ihn später an die Familie von Posern vererbte. Diese Familie erweiterte um 1860 den Park im englischen Stil und nahm 1904 einige Umbauten am Schloss vor. Schließlich enteignete man die Adelsfamilie 1945 in der Bodenreform.
Die Verlegung einer Lungenheilstätte 1948 von Schwepnitz nach Pulsnitz begründete den weiteren Fortbestand als Krankenhaus. Heute befindet sich eine moderne Klinik für neurologische Rehabilitation in den Gebäuden des Schlosses.
Sehenswert, besonders zur Rhododendrenblüte, ist der um 1720 in französischer und englischer Gestaltung angelegte Schlosspark mit Laubengang und Gondelteich.
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Stand: 01.11.2009