Historisches Sachsen
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Beschreibung
Das idyllische Städtchen Mylau liegt wie seine Schwesterstadt Netzschkau im nördlichen Vogtland ganz in der Nähe der berühmten Göltzschtalbrücke. Mylaus repräsentative Burg ragt stolz und trutzig oberhalb des Zentrums der Ortschaft in den Himmel. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt und die am besten erhaltene Burg des sächsischen Vogtlandes.
Die romanische Wehranlage über der Stadt wurde um 1180 auf einem Felssporn als Reichsdienstmannensitz Kaiser Friedrich Barbarossas erbaut. Ihre Ritter von Milin, deren Geschlecht über zwei Jahrhunderte in der Gegend nachzuweisen ist, erfuhren 1214 eine erste Nennung.
1323 belehnte Kaiser Ludwig der Bayer Heinrich Reuss den Kleinen mit der Herrschaft Mylau. Sein Sohn, Heinrich der Strenge, geriet jedoch mit Kaiser Karl IV. und den meißnisch-thüringischen Fürsten in eine Fehde, in der die Macht der Reusse erheblich litt. Dieser "Vogtländische Krieg" entstand hauptsächlich aus dem Ringen um die Krone des Deutschen Reiches. Schließlich ging die Burg in den Besitz der Könige von Böhmen über. Im Jahre 1367 erwarb und besuchte Kaiser Karl IV. die Burg und verlieh der Siedlung unter ihr das Stadtrecht. Noch heute kann man im Stadtwappen und im Namen "Kaiserburg" dieses Ereignis nachvollziehen.
Die Besitznahme und Aufenthalte des Kaisers war für Mylau von großer Bedeutung, erlangte die Herrschaft doch gewissen Rechte und Freiheiten sowie Befreiungen von Abgaben. Die Hussitenkriege kostete dem Kaiser jedoch so bedeutende Summen, dass er sich gezwungen sah, einzelne Besitztümer zu verpfänden. So gelangte Mylau 1422 unter die Verwaltung von Friedrich von Meißen, der dem Kaiser erhebliche Summen lieh.
Noch vor dem Wechsel in kursächsische Verwaltung entstanden zwei Vorburgen. Zwei viereckige Türme, der "Rote Turm" und der Glockenturm, begrenzen die Anlage nach Westen. Im Osten befindet sich der runde Bergfried. Vermutlich stand in der Süd-Ost-Ecke noch ein vierter Turm, der heute jedoch nicht mehr vorhanden ist. Die Wettiner nahmen im Laufe der Zeit zahlreiche Umbauten vor. Dabei gaben sie den Wehrcharakter der Burg immer mehr auf und richteten die Anlage zu Wohnzwecken her.
Bis 1772 hatte die Burg verschiedene sächsische Adlige als Herren. Der bedeutendste jedoch war Joseph Lewin Metzsch (1508-71), ein Freund Luthers und Förderer der Reformation in Sachsen und im Vogtland. Später war der "Krösus des Vogtlandes" Carol Bose (1596-1657) Eigentümer des Anwesens.
Der letzte adlige Burgherr, Carl Christian August, Edler von der Planitz, veräußerte Burg Mylau an den Greizer Kaufmann Christian Friedrich Petzold. Unter den nun folgenden bürgerlichen Besitzern diente die Burg gewerblichen Zwecken. Nach einer Zeit der Verwahrlosung ist sie seit 1892 städtisch und wurde zum Rathaus mit Historismusgiebel und Schlossschenke umgebaut.
Charakteristisch für die Burg sind ihre drei Türme: der runde 27 m hohe Bergfried, der viereckige Glockenturm und der viereckige "Rote Turm" (z.Z. weiß gestrichen). Ihre unterschiedlichen Dachhauben verleihen der Burg ein besonderes Aussehen.
Der obere Burghof wird auch als "Kaiserhof" bezeichnet. Hier, im ehemaligen Frauenhaus, befinden sich die Eingänge zum Museum und zum Burgkeller. Im ehemaligen Palas gegenüber eröffnete 1896 das prachtvolle Rathaus. Seinen Giebel krönen die Insignien des Deutschen Kaiserreiches. Im Innern befindet sich der repräsentative Ratssaal, dessen hohe trapezförmige Holzdecke nach dem Vorbild des Festsaales der Wartburg entstand.
Beginnend am Markttor der Burg, über die Vorburg bis hin zum Kaiserhof führt der Kaiserpfand die Besucher in die Lebensverhältnisse zu Zeiten der böhmischen Könige Karl IV., Wenzel IV. und Sigismund ein. In 13 Stationen lernen die Besucher das mittelalterliche Bauwerk mit seinen Türmen, Toren, Mauern und Bastionen kennen.
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Bildergalerie
Burg Mylau
Wehrmauer, Bastion und Roter Turm
Ratssaal
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Stand: 01.11.2009