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Beschreibung
Wer eine Pyramide bewundern will, reist nach Ägypten. Aber eine Pyramide in Sachsen? Auch das gibt es: Im Landschaftsgarten zu Machern! Der Graf von Lindenau hat sie hier erbauen lassen. Zwar nicht so groß und wertvoll, wie ihre afrikanischen Schwestern, doch ausreichend, um seinen Garten weiter zu verschönern.
Die Gemeinde Machern, östlich von Leipzig, besitzt einen jener reizvollen Landschaftsgärten des späten 18. Jahrhunderts, in dem sich zahlreiche Merkmale des "Zeitalters der Empfindsamkeit" vereinen. Mit der Umgestaltung des ursprünglichen Barockgartens zum Landschaftspark nach englischem Vorbild begannen die Gärtner 1782 im Auftrage des Grafen Karl Heinrich August von Lindenau.
Ab 1792 übernahm der preußische Bauinspektor Ephraim Wolfgang Glasewald die Leitung. Ihm sind auch die Bauten im Park zu verdanken, die "Ritterburg", die jetzt als Parkbühne benutzt wird, der "Tempel der Hygieia", ein klassizistischer Pavillon und das Mausoleum der Familie Lindenau, die eingangs schon genannte Pyramide mit dorischem Giebelvorbau.
In den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts erlangte der Park durch seine botanisch reizvoll gestalteten Partien, seine räumlichen Konzepte und die zahlreichen klassizistischen und neugotischen Gebäude weithin Bekanntheit.
Der Landschaftsgarten zu Machern steht mit seinem ausgewählten Pflanzen- und Baumbestand ganz in der Tradition des botanisch interessierten Reichsgrafen Karl Heinrich August von Lindenau, der bis 1802 den Park entscheidend prägte. Von seinen Reisen durch Europa brachte Lindenau außer Samen und Pflanzen auch gestalterische Anregungen mit. Mehrere kleine, in sich abgeschlossene Bereiche wurden geschaffen und mit Bauwerken und Skulpturen ergänzt.
Im Park wachsen nicht nur allgemein bekannte Gehölze wie Rotbuche, Stieleiche oder Gemeine Rosskastanie, sondern auch botanische Seltenheiten: die Allee der Tulpenbäume, der Blauglockenbaum aus China oder die beeindruckende Weymouths Kiefer aus Nordamerika.
Das Gut war fast 400 Jahre - von 1430 bis 1802 - im Besitz der Grafen von Lindenau gewesen. 1802 verkaufte Graf Lindenau seinen Besitz an Freifrau Anna von Wylich, geborene Gräfin zu Stollberg-Wernigerode. Von 1806 an war der Leipziger Kaufmann Wilhelm Schnetger Eigentümer vom Rittergut Machern.
1813 richteten 33.000 österreichische Soldaten, die sich hier zwei Tage vor der Völkerschlacht bei Leipzig einquartierten, in Schloss und Park große Zerstörungen an. Dennoch stiegen die Besucherzahlen von Jahr zu Jahr an, besonders mit dem Bau der Eisenbahnlinie von Leipzig nach Dresden. 1838 erhielt Machern sogar einen eigenen Bahnhof und avancierte zu einem beliebten Ausflugsziel.
Das am Parkrand gelegene Schloss ging aus einer Wasserburg des 16. Jahrhunderts hervor. Aus dieser Zeit stammen die kreuzgratgewölbten Räume im Erdgeschoss und der Treppenturm. Nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg erhielt es im 18. Jahrhundert seine jetzige Form. Der Treppenturm wurde aufgestockt und 1733 mit einer barocken Haube versehen. Die Wohntrakte der Dreiflügelanlage erhielten Mansardendächer und eine barocke Fassadenbemalung. Die Erhebung in den Reichsgrafenstand 1764 war für Heinrich Gottlieb von Lindenau Anlass, einen schönen Altan mit herrlichen Ausblicken in den Park anzubauen.
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war das Schloss von einem Teich umgeben, aber der Bau der Eisenbahnlinie Leipzig - Dresden brachte die Austrocknung vieler Brunnen, Quellen und des Wallteiches mit sich. So präsentiert sich heute eine in sich geschlossene weitläufige Anlage, deren Höhepunkt das Schloss bildet.
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Bildergalerie
Schloss Machern
Tempel der Hygieia
Pyramide
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Stand: 01.11.2009