Historisches Sachsen
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Buch "Schlösser & Burgen in Sachsen"   Buch "Mauern, Türme und Tore an sächsischen Städten"
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Beschreibung
Auf einem 420 m hohen Basaltkegel am Rande der Stadt Görlitz bestimmt die Landeskrone das Landschaftsbild. Der Berg hat schon während der slawischen Besiedlungszeit eine Wehranlage getragen, die von einem ovalen Ringwall auf dem Berggipfel und einem Abschnittsgraben am südlichen Abhang gekennzeichnet war.
Bereits im 9. Jahrhundert wurden in Besunzane zwei Wehranlagen aufgeführt, von denen eine Anlage durch räumliche Zusammenhänge auf die Landeskrone bezogen werden muss. Seit der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert belegen Funde die Existenz einer mittelalterlichen Burg. Die ersten Herren waren Christian und Gerlach sowie Wilrich von Landeskrone. Mit der Teilung der Oberlausitz 1268 wurde die Landeskrone als einzige Burg eines Lehens des Königs von Böhmen direkt erwähnt und damit urkundlich fassbar.
Vor 1354 erwarben die Herren von Bieberstein die Burg. Über einen Scheinkauf von 1437 kam Hans von Sagan und schließlich 1440 der Rat von Görlitz in ihren Besitz. Der Rat ließ die Burg abbrechen aber bereits 1467 wegen der Zuspitzung der Lage zwischen der Stadt Görlitz und Georg von Podibrad wieder in Stand setzen. 1473 und 1477 erfolgten erneute Reaktivierungen.
Die folgenden Jahre brachten eine Ruhephase um die Landeskrone. Erst Ende des 18. Jahrhunderts entdeckte man den Reiz dieses Berges. Mit dem zunehmenden Interesse der Bürger wurde der Berg mehr und mehr erschlossen. 1796 errichtete man den Aussichtsturm und pflanzte 1840 die Lindenallee zwischen dem Fuß der Landeskrone und der Fahrstraße an. Es entstanden Wege und Treppenanlagen. 1844 eröffnete eine erste Schankwirtschaft auf dem Plateau und begann damit eine Reihe von Veranstaltungen. Das Geschäft lief offensichtlich gut, denn schon 1863 konnte hier eine Bergaststätte ihre Tätigkeit aufnehmen. Auch heute noch laden das neu erbaute Berghotel und die Gaststätte die Besucher von Görlitz zu einem Besuch ein.
Das Aussehen der ersten Burganlage ist unklar. Archäologische Untersuchungen in den Jahren 1969 und 1970 zeichneten trotz aufgefundener Wallreste und Fundamente der Mittelalterburg kein geschlossenes Bild. Überbauungen und Abtragungen haben die mittelalterliche Substanz verwischt.
Nach hypothetischen Vorstellungen nahm die hochmittelalterliche Burg als rechteckiges Kastell den Nordteil des frühmittelalterlichen Burgwalls ein. Reste aufgefundener Fundamente deuten auf zwei quadratische Türme hin. Der größere Turm könnte in Verbindung mit einer vermuteten Schildmauer und einem vorgelagerten Zwinger eine Bergfriedfunktion eingenommen haben. Der kleinere Turm hatte vermutlich eine Torschutzfunktion an der Südwestseite. Darüber hinaus deuten Belege auf das Vorhandensein einer Kapelle hin.
Auch wenn die Landeskrone ihre geschichtliche Entwicklung nicht preisgibt, lohnt sich doch ein Besuch dieses Bauwerks. Neben der einmaligen Aussicht machen verschiedene Sagen den Besuch noch spannender.
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Landeskrone Görlitz
Aussichtsturm
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Stand: 01.11.2009