Historisches Sachsen
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DVD "Schlösser & Burgen in Sachsen"

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Beschreibung
Der kleine Ort Kromlau im Norden des Landkreises Görlitz und im Wald- und Teichgebiet der Muskauer Heide würde wahrscheinlich heute noch im Dornröschenschlaf versinken, wenn nicht in seiner Nähe das Gartenreich des Fürsten Pückler bekannt geworden wäre. Von diesem Ruhm wollten auch andere Herren profitieren. Angeregt durch die Schöpfungen des berühmten Fürsten von Pückler-Muskau ließ der bürgerliche Friedrich Hermann Rötschke ab 1844 die Hälfte seines Landbesitzes zur heute prachtvollen Parkanlage gestalten, in der viele fremdländische Gehölze wachsen. Rötschke, Großgrundbesitzer in der Oberlausitz, besaß bereits die Rittergüter Sänitz bei Rothenburg und Wohla bei Löbau. 1842 erwarb er auch noch Kromlau hinzu.
Der fast 200 Hektar große Park von Kromlau zeigt sich zur Azaleen- und Rhododendrenblüte in großartiger Farbenpracht. Teiche wurden angelegt und Hügel aufgeschüttet. Seltene Baumarten hielten ebenso Einzug wie Sandsteinfiguren. Das Kavalierhaus von 1850 im Schweizer Landhausstil bringt den Wunsch nach ländlicher Idylle zum Ausdruck. Seine beiden Giebelseiten sind mit Figuren geschmückt, die in Wandnischen stehen. Große Wandgemälde, wohl vom Maler Eduard Bendemann, bereichern die Längsseiten.
Gegenüber, auf der anderen Straßenseite, gleicht das Schloss eher einem ländlichen Jagdhaus. Das schlichte, einstöckige Gebäude mit Mansardenwalmdach stammt im Kern aus dem 18. Jahrhundert. Auf beiden Seiten ist ein zweigeschossiger Mittelrisalit mit einfachem Dreiecksgiebel zu sehen. 1845 ließ Rötschke den achteckigen Treppenturm anfügen.
1875 gab Friedrich Hermann Rötschke sein Anwesen auf und zog nach Bärwalde, wo er ebenfalls eine Parklandschaft anlegte. Nach mehrfachen Besitzerwechseln erwarb 1889 schließlich Friedrich XI. Leopold Graf von und zu Egloffstein-Arklitten das Anwesen und ließ zahlreiche Rhododendren anpflanzen, die heute maßgeblich den Charakter des Parks bestimmen. 1945 verlor die Familie ihren Besitz. Im Schloss und im Kavalierhaus wurden Wohnungen eingerichtet.
Während des 2. Weltkrieges und danach verkam der Park, zahlreiche Putten gingen verloren, große Flächen wurden abgeholzt. Die restlichen Parkteile verwilderten, bis schließlich in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Pflege- und Rekonstruktionsmaßnahmen begannen und der Park wieder hergerichtet wurde. Dank der Unterstützung von Sponsoren konnten zum 150jährigen Parkjubiläum im Jahre 1994 auch wieder 11 Skulpturen aufgestellt werden.
Sehenswert sind das Kavalierhaus von 1850 und die Rakotzbrücke (Teufelsbrücke), die den 35 m breiten Rakotzsee überspannt. Die Rakotzbrücke wurde in zehnjähriger Bauzeit mit vornehmlich aus der Sächsischen Schweiz herbeigeschafften Steinen errichtet.
In südlicher Richtung führt der Weg vorbei am kleinen Seerosenteich zur Eichenhöhe, von der sich ein schöner Rundblick eröffnet.
Beim Parkeingang nahe des Kavalierhauses liegt ein Findling mit einer Gedenktafel, die den Schöpfer des Parks, Friedrich Hermann Rötschke, ehrt.

Waldeisenbahn
Nutzen Sie für die Anreise auch die Waldeisenbahn, eine Schmalspurbahn aus dem Jahre 1895, von Weißwasser nach Kromlau. Die Fahrt dauert etwa 20 Minuten.

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Bildergalerie
Schloss Kromlau
Kavalierhaus
Rakotzbrücke
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Stand: 14.03.2013