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Beschreibung
Auf einer Anhöhe hinter einem Park erhebt sich das Wahrzeichen des kleinen Ortes Jößnitz, nördlich von Plauen im Vogtland.
Eine Überlieferung besagt, dass bereits um das Jahr 1300 eine Ritterburg unter den damals herrschenden Herren von Lobdeburg-Elsterberg entstanden sein soll. Mauerreste auf dem Standort des sogenannten "Jägerhauses" deuten darauf hin, dass dort zur Zeit der Kolonisation eine alte deutsche Wehranlage erbaut wurde. An dieser Stelle, auf einem ins Tal vorspringenden Hügel mit den an drei Seiten steil abfallenden Hängen, war eine leichte Verteidigung möglich.
Nach verschiedenen Besitzerwechseln kam das Rittergut kurz nach der Reformation an Heinrich von Watzdorf, dessen Familie das Gut über viele Jahre bewirtschaftete. Für ihn wurde auch der untere steinerne Teil des Jägerhauses - ursprünglich ein Nebengebäude des Herrensitzes - errichtet. Das rechteckige Bauwerk mit dunklem Schieferdach befindet sich an der äußersten Spitze des Bergrückens. Sein weiß verputztes Bruchsteinmauerwerk wird durch gelb gestrichene Eckquaderungen belebt. Dem heute als "Schloss Jößnitz" bezeichneten Gebäude sind unterschiedliche Bauphasen zuzuordnen: Während die beiden unteren Geschosse in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstanden, ist das als Fachwerkkonstruktion aufgesetzt dritte Geschoss wohl in das 18. Jahrhundert zu datieren.
Vermutlich geht auch das heute nicht mehr vorhandene Hauptschloss auf ihn zurück. Dieses Renaissancegebäude mit Erkern und Türmchen befand sich etwas unterhalb des Jägerhauses. Sein Verschwinden hat seine Ursache in einem Abriss im Jahre 1860. Es sollte Platz für ein neues Ensemble geschaffen werden, doch der plötzliche Tod des Gutsherrn verhinderte das Vorhaben. So überdauerte nur das Nebenschloss. Den gut erhaltenen Dachreiter des Hauptschlosses setzte man damals auf das Nebenschloss um. Er bildet heute den kleinen Turm des Schlosses Jößnitz.
Um 1842 veräußerte der Kammerherr Otto Friedrich Heinrich von Watzdorf, Landtagsabgeordneter der vogtländischen Ritterschaft, Jößnitz an Johann Friedrich Opitz, von dem das Gut später an C. W. von Schlieben gelangte. Hohe Schulden belasteten am Anfang des 20. Jahrhunderts den Rittersitz, so dass 1924 eine Zwangsversteigerung angeordnet wurde. Schließlich teilte 1929 die Siedlungsgesellschaft Berlin den Grund auf.
Schloss Jößnitz diente nach dem 2. Weltkrieg bis 1973 als Schulgebäude. Wegen Baufälligkeit stand das Haus in den folgenden Jahren jedoch leer. Erst nach der Wende ermöglichte die Gründung des "Fördervereins Schloss Jößnitz" im Jahre 1992 eine Komplettsanierung des historisch wertvollen Bauwerkes, das heute als Gaststätte und Hotel genutzt wird.
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Schloss Jößnitz
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Stand: 10.03.2013