Historisches Sachsen
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Beschreibung
Von zwei Wasserläufen umgeben, versteckt sich Döbschütz in einem kleinen Wald. Das Wasserschloss Döbschütz gehört zu den ältesten Anlagen in der Oberlausitz. Sein Äußeres hinter schattenspendenden Bäumen lässt bereits erahnen, dass hier sehr früh Geschichte geschrieben wurde. Dennoch liegen seine Anfänge weitgehend im Dunkeln.
Die Geschichte des Adelssitzes reicht bereits bis in das 12. Jahrhundert zurück. Im Jahre 1174 soll der böhmische König Wladislaw II. hier mit seinen Söhnen Premislaw und Wladislaw Unterschlupf gefunden haben, nachdem er sich wegen der Thronfolge mit dem damaligen deutschen Kaiser, Friedrich Barbarossa, überworfen hatte. Noch heute wird ein Saal als "Königszimmer" bezeichnet.
Aus diesem königlichen Gut ging später ein Rittersitz hervor, den 1280 die adlige Familie von Debschitz im Besitz gehabt haben soll. Nach ihrem Herrensitz hat die Familie, die sich später in Schlesien niederließ, wohl ihren Namen erhalten. Im 16. Jahrhundert ging Döbschütz an die Familie von Gersdorff über und 1581 an die Familie von Fürstenau. In einem Saal im Obergeschoss weisen die Namen von Caspar II. von Fürstenau, der 1581 Döbschütz erworben hatte, und Alexander von Fürstenau, der den Besitz 1594 erbte, auf die früheren Besitzer hin.
Das 17. Jahrhundert war geprägt von verschiedenen Besitzerwechseln. Schließlich kauften im 18. Jahrhundert die Lausitzer Stände Schloss Döbschütz und richteten hier ein Zucht- und Arbeitshaus ein. Doch bald schon musste der Plan, männliche und weibliche Häftlinge mit Feldarbeit zu beschäftigen, aufgegeben werden, da immer wieder Insassen entkamen. So wurde Schloss Döbschütz bereits nach wenigen Jahren erneut verkauft.
Das heutige Aussehen des Schosses geht auf den preußischen Generalfeldmarschall Albrecht Graf von Roon zurück, der Döbschütz im Jahre 1876 erwarb. Das Schloss erhielt einen Stufengiebel und ein reich geschmücktes Portal. Zusammen mit Krobnitz ging Döbschütz in eine Familienstiftung ein. Dennoch musste Döbschütz 1830 aus finanziellen Gründen verkauft werden. Der Gutsinspektor Paul Daniel, der das Gut bereits früher bewirtschaftete, erwarb das Anwesen für seinen Sohn Dr. Alfred Daniel. Im Zuge der Bodenreform wurde Dr. Daniel enteignet und die Schlossräume als Flüchtlingsunterkünfte genutzt. In den folgenden Jahren verfiel der ehemalige Adelssitz immer mehr. Heute ist er im Privatbesitz.
Ursprünglich bestand das Wasserschloss Döbschütz aus einer geschlossenen Anlage mit einem an allen vier Seiten umbauten Innenhof. Über einen Wallgraben führten zwei Zugbrücken, die jedoch 1800 abgerissen und durch steinerne Brücken ersetzt wurden. Im dreigeschossigen Südflügel haben sich im Keller die alte Küche und eine Backstube erhalten. Der schmalere zweigeschossige Ostflügel enthielt einst das bis in das Dach reichende Torhaus, welches ein Fachwerkobergeschoss besaß. Heute befindet sich dort ein rundbogiges Eingangsportal zwischen Pfeilervorlagen. Über dem Eingang prangt das Wappen der Adelsfamilie von Debschitz. Nördlich schließt sich ein im unteren Bereich rechteckiger Turm mit achteckigem Turmaufsatz an. Der Nordflügel fiel bereit 1874 den Flammen zum Opfer. Er wurde nur eingeschossig wieder aufgebaut. Den Westflügel riss man bereits um 1800 nieder, so dass sich der Innenhof heute zum Parkgelände hin öffnet. Östlich des Schlosses erstreckt sich eine ausgedehnte Gutsanlage mit zahlreichen Wirtschaftsgebäuden.
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Schloss Döbschütz
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Stand: 20.03.2011