Historisches Sachsen
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Beschreibung
Das Dorf Daubitz liegt inmitten einer Wald- und Teichlandschaft zwischen Weißwasser und Niesky im Einzugsgebiet des Weißen Schöps. Ursprünglich von Sorben angelegt und im 12. / 13. Jahrhundert von deutschen Siedlern erweitert, entstand am westlichen Ende von Daubitz ein Rittergut mit Schloss und Mühle. Dabei begünstigte eine sumpfige Niederung am Weißen Schöps die Anlage. Bereits im 14. Jahrhundert übte die Adelsfamilie von Rackel die Grundherrschaft über das Dorf aus. Sie war es auch, die um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert westlich des Rittergutes in nur circa einem Kilometer Entfernung ein Hammerwerk anlegen ließ, aus dem der Ort Neuhammer hervorging.
Auf Grund von Überschuldung und inzwischen durch Erbteilung und Verkauf deutlich minimiert ging Daubitz im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts in den Besitz der Familie von Pentzig über. Carl Gottlob von Pentzig vermachte das Gut 1708 seiner Tochter Johanna Charlotte Tugendreich, geb. von Pentzig, die sich 1716 mit dem königlich-polnischen und kurfürstlich-sächsischen Kammer- und Jagdjunker Christian August von Ziegler und Klipphausen vermählte. Unter ihrer Herrschaft entstand um 1720 auch auf den Mauern der alten Wasserburg ein einfaches Barockschloss. Der zweigeschossige Bau auf rechteckigem Grundriss und neun hofseitigen Fensterachsen trägt ein Mansardwalmdach, welches durch Dachgauben gegliedert ist. Die drei mittleren Fensterachsen treten als Mittelrisalit hervor. Oberhalb des mit Tuchdraperien umrahmten Sandsteinportals weist eine Adelskrone und das Allianzwappen auf die damaligen Besitzer hin. Ferdinand Rudolph von Ziegler und Klipphausen veräußerte Daubitz schließlich 1783 an Johanna Amalie von Roeder.
Einen letzten großen Umbau erfuhr das Schloss Daubitz um 1870. Christian Friedrich Roscher ließ im Zuge der Anlage des Schlossparks einen Altan in Neorenaissanceformen auf der Gartenseite hinzufügen. Ein reicher, mehrfach gestufter Giebelaufbau mit Voluten, Gesimsen und Obelisken vervollständigen die Gartenseite. Aus drei großen Rundbogenöffnungen tritt eine schmale Freitreppe in der Park hervor. Der Altan ist auf die Hauptachse des Parks ausgerichtet.
Im Inneren des Schlosses haben spätere Um- und Einbauten insbesondere während der Nutzung als Kinderheim dem Gebäude sehr geschadet. Dennoch lässt sich die barocke Raumaufteilung gut erkennen. Die Eingangshalle im Erdgeschoss flankiert hofseitig der große Speisesaal. Gegenüber befand sich die Küche mit Nebenräumen. Eine zentrale, dreiläufige Treppe mit Halbpodest führt vom Erdgeschoss in die obere Etage. Vom Podest aus ist der Zugang über den Altan und die Freitreppe in den Park möglich. Die Treppe endet an einem schmalen Flur im Obergeschoss, von welchem die hofseitigen Zimmer erreicht werden. In einigen haben sich die Stuckdecken erhalten.
Auf der nördlichen Hofseite befindet sich ein ca. 100 Meter langes Wirtschaftsgebäude, dass gleichzeitig das Torhaus des Rittergutes bildet. Das Gebäude beherbergte früher Viehställe und eine Brauerei. Der östlichen Teil des Rittergutes nahm Ställe, ein Inspektorenhaus und eine nicht mehr vorhandene Scheune auf. Heute sind in den Gebäuden Wohnungen untergebraucht.
Westlich des Schlosses schließt sich der langgestreckte, inzwischen verwilderte Schlosspark an. Kommerzienrat Christian Friedrich Roscher ließ dieses Kleinod zwischen dem Weißen Schöps auf der einen und dem Dorfgraben auf der anderen Seite anlegen. Sein Vorbild war der nur wenige Kilometer entfernte Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau. Weißer Schöps und Daubitzer Dorfgraben vereinen sich etwa 800 m vom Schloss entfernt und bestimmen so die Größe des Parks. Heute begrenzt ein unterschiedlich breiter Waldstreifen im Verlauf des Weißen Schöps und des Dorfgrabens eine Parkwiese.
1895 wurde das Rittergut an das Zentralhospital Görlitz verkauft. Im Herrenhaus richtete man ein Erholungs- und Ferienheim ein. Im Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude als Lazarett und erfuhr in der Folgezeit unterschiedliche Nutzungen, ehe es 1978 Kinderheim mit Kindergarten und Kinderkrippe wurde. Seit 1993 steht der Adelssitz leer. Eine Privatisierung 2008 brachte leider noch keine Besserung des Bauzustandes. Alle Gebäude des ehemaligen Rittergutes Daubitz befinden sich in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand.
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Bildergalerie
Schloss Daubitz
Parkseite
Wappen über dem Portal
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Stand: 25.01.2014