Historisches Sachsen
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Beschreibung
Schon weithin sichtbar steht auf einer Anhöhe oberhalb der Zwickauer Mulde das Schloss Wiesenburg unweit der B 93, ca. 10 Kilometer südlich von Zwickau. Vom Schloss bietet sich nach Norden eine malerische Aussicht auf die Ebene.
Wiesenburg ist der typischer Mittelpunkt einer erzgebirgischen Rodungsherrschaft und entstand um 1200 als eine zweiteilige Spornburg. Sie wurde erstmals 1251 erwähnt. Zu dieser Zeit dürfte der runde Bergfried schon vorhanden gewesen sein. In Verbindung mit dem inneren Abschnittsgraben deckte er die Kernburg.
Über die Vögte von Weida kam Wiesenburg als Lehen zu den Reußen von Plauen. Im 15. Jahrhundert befanden sich Schloss und Herrschaft als markgräfliches Lehen in der Hand der Herren von der Planitz. Zu diesem Zeitpunkt war die militärische Bedeutung der Burg längst zurückgegangen.
1591 erwarb der Rat der Stadt Zwickau das Anwesen und schuf durch Zusammenlegung verschiedener Ortschaften ein Rittergut Wiesenburg. 1663 ging der ganze Besitz an den Herzog Philipp Ludwig zu Schleswig-Holstein-Sonderburg über, dessen Linie sich Holstein-Wiesenburg nannte und in einem neu errichteten Schloss residierte. Die Einnahmen reichten aber kaum aus, um ein Hofleben zu finanzieren. Bereits 1724 verkaufte Herzog Leopold die Herrschaft wieder an Friedrich August I., der unter Zusammenziehung einiger Orte ein Amt bildete und die Besitzungen in ein königliches Kammergut wandelte.
Doch auch an Wiesenburg ging die Zeit nicht vorbei. Feuer, Stürme und Unwetter zogen die Gebäude derart in Mitleidenschaft, dass sie bald nicht mehr bewohnbar waren. So musste auch das Mitte des 18. Jahrhunderts abgebrannte Schloss wieder abgetragen werden. Hermann Grimm beklagte den Zustand: "Von der alten Burg besteht nur noch einiges Gemäuer. Der Thurm mit seinen 6 1/2 Ellen starken Mauern ist theilweise abgetragen und der vormalige Wall und der Zwinger sind in Gärtchen für die Schloßbewohner umgewandelt. In den Schloßhof führt ein Burgthor durch einen Thurm hindurch. An den einer Gartenanlage ähnlichen äußeren Hof stieß gegen Osten ehemals das herzoglich Holstein-Wiesenburgische Residenzschloß, das nach einem vor mehr als hundert Jahren erfolgten Brande angetragen worden ist."
Notwendige Erhaltungsmaßnahmen führten schließlich zur Einrichtung einer Krankenanstalt und eines Armenhauses. Gleichzeitig wurden das Schloss und das Kammergut getrennt. Mit der Auflösung des Armenhauses und der Privatisierung des Schlosses 1911 verfiel das Bauwerk zusehends. Nach dem 2. Weltkrieg fanden zahlreiche Flüchtlinge und Vertriebene im Schloss eine Unterkunft. Die Wirtschaftsgebäude nutzte die ansässige LPG. Seit 1992 befindet sich Schloss Wiesenburg erneut im Privatbesitz eines Unternehmers.
Von der mittelalterliche Burg beeindrucken nur noch der Stumpf des mächtigen Bergfrieds und Teile der Wehrmauer. Wenngleich der Bergfried auch seiner ursprüngliche Höhe beraubt ist, lässt sein Durchmesser von 11 Metern doch erahnen, dass in diesem Bereich das Herzstück der ehemaligen Wehranlage stand.
Die heutige Situation ist von der Nutzung der Burganlage als Rittergut geprägt. Der Graben zwischen Haupt- und Vorburg wurde eingeebnet. Große Veränderungen brachte nochmals die Nutzung als Pflegeanstalt, als man die Randhausbebauung an der Westseite durchbrach. Die Spornspitze blieb - im Gegensatz zum Mittelalter - leer von Bebauungen. So haben zahlreiche Änderungen das Aussehen der mittelalterlichen Burganlage grundlegend verwischt. Dennoch tragen die kürzlich vorgenommenen Sicherungsmaßnahmen dazu bei, dem weiteren Verfall dieses beeindruckenden Bauwerkes Einhalt zu gebieten und es zu erhalten.
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Bildergalerie
Schloss Wiesenburg
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Stand: 01.11.2009