Historisches Sachsen
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Beschreibung
Das Städtlein Wehlen an der Elbe entstand im 15. Jahrhundert unterhalb einer Burg. Der Burgfelsen oberhalb der Stadtkirche ist über eine Treppe gut zu erreichen. Leider sind von der einstigen Burg nur noch spärliche Überreste erhalten geblieben, doch der Felsen bietet eine schöne Sicht auf den Fluss.
Der Bergsporn war ein hervorragender Bauplatz für den Burgenbau des 13. Jahrhunderts. Der längliche Burgfelsen zieht sich den Wehlener Grund hinein und ist an drei Seiten durch steile Abhänge - im Norden und Westen gegen den Wehlener Grund und im Süden gegen die Elbe - gesichert. Gegen das Hinterland im Osten sicherte ein Halsgraben an der Angriffsseite den Bergsporn ab. Über 80 m streckte sich der schmale Felsbereich der Kernburg hin. Eine natürliche Felsspalte trennte das Plateau in ein Burgzentrum und eine obere Vorburg. Ein Torturm aus dem 14. Jahrhundert sicherte den Zugang. Der Halsgraben im Osten diente als Steinbruch für die ersten Burggebäude und später als Zugang für eine untere Vorburg.
Die heute noch in Teilen sichtbare einstige Burganlage wurde vermutlich in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut. Um 1250 wurde erstmalig ein Theodericus de Vylin genannt. Die mehrfache Urkundenausstellung durch Markgraf Heinrich den Erlauchten zwischen 1269 und 1272 stützt die Annahme, dass Wehlen als Heiratsgut der böhmischen Prinzessin Agnes an die Wettiner kam. Mehrmalige Aufenthalte des Markgrafen lassen auf eine vollständige Bebauung des Bergrückens schließen.
Nach dem Tod Heinrichs des Erlauchten 1288 wechselte wiederholt die Lehnshoheit zwischen der böhmischen Krone, dem Markgrafen und dem Burggrafen von Meißen. Lehnsträger am Anfang des 15. Jahrhunderts waren die Herren von Köckeritz, die mit den Sechsstädten der Oberlausitz in Konflikt gerieten. Markgraf Wilhelm I. beendete die Fehde, indem er die Burg wieder in eigenen Besitz nahm. In der Folgezeit verpfändeten die Kurfürsten die Burg an verschiedene Herren. Gleichzeitig setzte bereits ihr langsamer Verfall ein. 1522 erwarben zwar noch die Reichsministerialen von Schönburg das Anwesen, jedoch ohne die nötigen Baumaßnahmen zu realisieren. Mit einem Gütertausch gegen Penig und Zschillen 1543 kam Wehlen endgültig in sächsischen Besitz. Da die Amtsverwaltung nach Lohmen verlegt wurde, brauchte man die Burg Wehlen jedoch nicht mehr. Kurfürst August besiegelte Mitte des 16. Jahrhunderts ihre endgültige Zerstörung, als er die Nutzung des Baumaterials unter anderem für das Rathaus und die Kirche in Neustadt freigab. Weitere Einstürze der Burgmauern im 18. Jahrhundert vollendeten das Zerstörungswerk. Erst als 1882 der Gebirgsverein für die Sächsische Schweiz die Ruine kaufte und auf ihr einen Aussichtspunkt einrichtete, konnte der weitere Verfall aufgehalten werden. Heute sind noch Mauern und die "Trommel" - eine Zutat der Spätzeit, die unter dem Einfluss der Feuerwaffenverteidigung entstand - erhalten.
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Bildergalerie
Wehlen
Der Burgberg über der Stadt
"Trommel"
www.historisches-sachsen.net
Stand: 01.11.2009