Historisches Sachsen
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Beschreibung
Die "Prinzenhöhle", ein ehemaliger Bergbaustollen an der Straße nach Aue, hat Hartenstein bekannt gemacht. In ihr wurde Prinz Ernst, einer der beiden entführten Söhne von Kurfürst Friedrich II., drei Tage lang gefangengehalten. Doch das schön gelegene und an Geschichte reiche Erzgebirgsstädtchen mit seiner herrlichen Umgebung bietet daneben auch noch viele Ausflugsziele in der Umgebung. Eines davon ist die malerisch auf einer steilen Felsklippe am Ufer der Zwickauer Mulde aufragende Burg Stein.
Die Burg war über 500 Jahre mit den Grafen von Schönburg verbunden, die bis zur Enteignung nach dem 2. Weltkrieg im Besitz dieser außergewöhnlichen Anlage waren.
Eigentlich handelt es sich um zwei Burgen: Eine bis in Höhe des dritten Geschosses in den Fels eingebundene Oberburg, urkundlich erstmals 1233 erwähnt, und eine Niederburg aus dem 14. bis 16. Jahrhundert mit spitz behelmtem Rundturm.
Der Ursprung der Burg Stein ist unbekannt und die Erforschung seiner frühesten Geschichte wird dadurch erschwert, dass auch andere Burgen ebenfalls nur "Stein" genannt wurden. Erst nach einem Vorgängerbau, eine Wallanlage mit doppeltem Graben und großem Innenraum, den die Heimatgeschichte zur Zeit der Kolonisation des Gebietes auf die Eichleithe einordnet, erhellt sich die Vergangenheit. Als mit der Gründung des Klosters Grünhain eine Ministerialenfamilie offensichtlich wesentlichen Besitz verlor, vollzog diese den Ortswechsel nach Stein. 1233 wird Heidenreich von Stein als erster nachweisbarer Besitzer, möglicherweise sogar als Erbauer der ältesten Teile der Burg Stein, genannt.
1406 kam Stein als Pfand vom Burggraf Heinrich I. von Meißen in den Besitz der Schönburger, die zu dieser Zeit bedeutende Ländereien im Erzgebirge besaßen. Die Schönburger verliehen die Burg weiter an Lehnsleute unter denen auch Kunz von Kauffungen war, der den schon erwähnten Prinzenraub initiierte.
Mitte des 15. Jahrhunderts ging Stein an die Familie Trützschler, ein Vasallengeschlecht der Schönburger. Gleichzeitig unterstützten die Schönburger eine rege Bautätigkeit im 15. und 16. Jahrhundert. Zu dieser Zeit entstand am Fuße der Oberburg eine weitere, wesentlich größere Burganlage.
Die romantisch im Tal der Mulde liegende Burg macht ihrem Namen alle Ehre. Wie aus dem Stein wachsen die Gebäude aus den Felsen hervor. Burg Stein schützte ehemals das Herrschaftszentrum Hartenstein und sicherte den Muldeübergang. Die vorwiegend romanische Oberburg besitzt eine Wehrmauer und einen Palas auf der westlichen Rundbastion sowie einen massiven Bergfried auf der höchsten Felserhebung im Osten. Von der Hofanlage der Niederburg sind nur der westliche und ein Teil des südlichen Flügels erhalten. Der Rundturm entstand vermutlich im 14. Jahrhundert. Sein spitzes Kegeldach überragt die anderen Gebäude der Unterburg.
In der turmgekrönten Oberburg der ausgedehnten Wehranlage hat heute das städtische Museum sein Domizil. Die Besucher erfahren Interessantes über die Geschichte der Burg und die historische Entwicklung der Grafschaft Hartenstein. Auch der Junker Kunz von Kauffungen, der - verärgert über die fehlende Entlohnung und Würdigung seiner Verdienste im Bruderkrieg - 1455 den Prinzenraub initiierte, wird beleuchtet. Neben einer umfangreichen Waffensammlung sind aufwendig gearbeitete Ringpanzer und Harnische zu sehen.
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Unterburg
Unterer Burghof
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Stand: 01.11.2009