Historisches Sachsen
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Beschreibung
Eingebettet im Talkessel des Schwarzwassers liegt die alte Stadt Schwarzenberg malerisch am Rande des Naturparks Erzgebirge - Vogtland inmitten bewaldeter Bergrücken. Durch ihre denkmalgeschützte Altstadt gelangt der Besucher zu ihren Wahrzeichen - Schloss und Kirche - die sich eng aneinander schmiegen. Der Weg führt auf einen Felssporn, auf dem seit der Mitte des 12. Jahrhunderts die Urburg stand. Auf verteidigungsgünstiger Position war es ihre Aufgabe, den Übergang des Schwarzwassers zu sichern, denn bereits vor der Errichtung der Burg gab es Wege, die Händler zum regen Warenaustausch mit Böhmen nutzten.
Das Schloss ist das Ergebnis einer über 800jährigen Bautätigkeit, häufiger baulicher Veränderungen und Besitzerwechsel. Über die Erbauer gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Keramikfunde belegen jedoch, dass eine Burg bereits im ausgehenden 12. Jahrhundert Mittelpunkt einer kleinen Herrschaft war.
1282 urkundete der Vogt von Gera in der Stadt und hob damit die Stellung der Burg als Herrschaftsmittelpunkt hervor. Zu den bedeutendsten Lehnsträgern auf Burg Schwarzenberg gehörten die Elsterberg-Lobdeburger, die Burggrafen von Leisnig und die Herren von Tettau. Erst Mitte des 16. Jahrhunderts brachte die Festigung der Territorialmacht der Wettiner auch Burg Schwarzenberg in ihren Besitz. Der sächsische Kurfürst Johann Friedrich kaufte die Burg, musste aber 1547 deren Besetzung durch kaiserliche Truppen im Schmalkaldischen Krieg ertragen.
Ihr heutiges Gesicht erhielt die Burg unter Kurfürst August, der 1555 Amtshauptmann Wolf von Schönberg mit dem Ausbau zum Jagdschloss beauftragte. Zahlreiche Veränderungen trugen der neuen Bestimmung Rechnung: repräsentative Unterkünfte für den Kurfürsten und sein Gefolge entstanden, Fachwerkgebäude wurden abgerissen und in Stein wieder errichtet, der Bergfried mit einem Wendelstein versehen.
Mit der Fertigstellung der Augustusburg als neues Jagdschloss verlor das Schloss Schwarzenberg jedoch vollends an Bedeutung. Schwere Schäden richteten Plünderungen im Dreißigjährigen Krieg und ein Stadtbrand 1709 an. Der Bau der Kirche St. Georg auf dem Gelände der Vorburg Ende des 17. Jahrhunderts verkleinerte zudem die Fläche der Wehranlage, zeigte andererseits aber auch die Stärke der Wettiner, die nicht mehr des Schutzes durch Burgen im Landesinneren bedurften. Trotz dieser Rückschläge bauten die Herren den Amtssitz immer wieder auf und veränderten ihn. So wurde der runde Bergfried, der als Gefängnis diente, 1852 um zwei Stockwerke erhöht, um mehr Gefangene aufnehmen zu können.
Obwohl ausreichende Untersuchungen fehlen, können am Schloss Schwarzenberg mehrere Bauphasen unterschieden werden. Die Urburg des 12. Jahrhunderts bestand aus einer Ringmauer mit einem freistehenden Bergfried. Nachfolgende Gebäude des 13. Jahrhunderts wurden jedoch mehrfach überformt. Ein zwingerartiger Vorbau im Westen schützte den Eingang. Mit dem späteren Ausbau im 15. und 16. Jahrhundert begegnete man dem gestiegenen Raumbedarf für Verwaltungszwecke und vergrößerte die Nutzfläche für die herrschaftlichen Aufenthalte. Seine endgültige Gestalt erhielt Schloss Schwarzenberg ab der Mitte des 16. Jahrhunderts als Amtssitz der Wettiner. Der ursprünglich freistehende Bergfried wurde in die Bebauung einbezogen, die Vorburg im Westen verschwand mit dem Bau der Kirche.
Schloss Schwarzenberg blieb auch in jüngster Vergangenheit immer ein öffentlich genutztes Gebäude. 1953 befand sich im Schloss das Kreisgericht und ab 1954 ein Heimatkundekabinett, das zwischenzeitlich zu einem sehenswerten Museum des Ortes aufstieg. In drei Etagen präsentiert sich dem Besucher neben stadtgeschichtlichen Exponaten und Zeugnissen der regen Bergbautätigkeit vor allem Kunsthandwerk verschiedener Genres aus der sächsischen Region.
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Bildergalerie
Kirche und Schloss in Schwarzenberg
Schlosshof
Der Bergfried war ursprünglich freistehend
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Stand: 01.11.2009