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Beschreibung
Das Wirken derer von Schönberg in Sachsen lässt sich seit über 700 Jahren nachweisen. In dieser Zeit entwickelte sich die Familie zu einem der bedeutendsten und weitverbreitesten Adelsgeschlechter des Landes, das hohe Ämter im sächsischen Staatsdienst und in der Verwaltung bekleidete. Caspar und Dietrich waren als Bischöfe von Meißen (1451-63, 1463-76) Reichsfürsten. Fast zweihundert Jahre lang stellten die Schönbergs ab 1518 die Oberberghauptleute des Erzgebirges in Freiberg.
Erstmals erschien der Name "Sconenberg" 1157 für Edelfreie und Ministeriale in Urkunden der Bischöfe von Naumburg. Der Name "Sconenberg" ist auf eine Burg an der Saale nordöstlich von Naumburg zurückzuführen. Zu vermuten, aber nicht zu belegen, ist eine Verbindung zu den ab 1254 in der Mark Meißen nachweisbaren Schönbergs. Genealogisch gesichert ist die Stammreihe der Familie mit dem 1282 bis 1284 in Urkunden des Klosters Altzella vorkommenden Sifrid von Schönberg.
Die Meißnische Familie derer von Schönberg ist auf Ministerialen im thüringischen Osterland zurückzuführen. Während sie dort im 13. Jahrhundert nur noch vereinzelt auftraten, fanden sich in der Mark Meißen immer mehr Träger dieses Namens. Im Laufe der Jahrhunderte erlangte die Familie Besitztümer in ganz Sachsen. Ihr Hauptverbreitungsgebiet war jedoch das Erzgebirge und die Gegend um Meißen. Die Schönbergs standen in den Diensten der wettinischen Markgrafen und Burggrafen von Meißen und erhielten Besitzungen zu Lehen, die sie teilweise bis zur Bodenreform nach 1945 besaßen.
Eine dieser Besitzungen war der Ort Schönberg - die amtliche Bezeichnung Rothschönberg führte man erst 1838 ein -, der bereits 1254 mit Dietrich (oder Tuto) von Schönberg erstmalig erwähnt wurde. Rothschönberg gilt damit als Stammsitz der Schönbergs im sächsischen Raum.
Von der ehemaligen Burg auf einer Anhöhe oberhalb des Triebischtals ist der abgewinkelte Südostflügel mit der Rundbastion erhalten geblieben. Die ältesten Teile stammen aus dem 15. Jahrhundert. Ebenfalls in dieser Zeit (um 1500) entstand die im nordwestlichen Teil früher freistehende Schlosskapelle. Die spätgotischen Kreuzrippengewölbe weisen auf diese Bauzeit hin. Die Kapelle nutzte man zwischen 1830 und 1870 als Wirtschaftsraum. Nach der Konvertierung der Schlossherrschaft zum katholischen Glauben um 1870 musste die Kapelle erneut geweiht werden. Seitdem steht sie für katholische Gottesdienste zur Verfügung.
Die anderen Gebäudeteile, die den Hof umgeben, fügte man im 17. und 18. Jahrhundert dem ältesten Kern hinzu. Den Südflügel mit der Tordurchfahrt erbaute Caspar Dietrich von Schönberg in den Jahren 1651 bis 1659. Ein schönes Sandsteinrelief mit Wappen und der Jahreszahl 1659 markierte den Abschluss der Baumaßnahmen. 1738 ergänzte Hans Dietrich von Schönberg das Schloss mit dem Westflügel. Mit dem Bau des Nordflügels 1744 stellten die Schönbergs schließlich die geschlossene Hofumbauung fertig.
Unterhalb der Schlossanlage breitet sich ein weitläufiger Schlosspark mit altem Baubestand aus. Die später zu einem Landschaftspark umgestaltete Anlage legte 1631 Burkhard von Schönberg an. Zum 1789 errichteten Pavillon führt eine Lindenallee. Vom Gartenpavillon bietet sich ein eindrucksvoller Blick in das Triebischtal.
Das Schloss Rothschönberg war nahezu 700 Jahre im Besitz der Familie von Schönberg. Doch mit dem Ende des 2. Weltkriegs erfuhr es das Schicksal vieler anderer Herrschaftssitze: Den letzten Eigentümer aus dem traditionsreichen Hause Schönberg-Rothschönberg enteignete die Bodenreform. Die Gebäudeteile richtete man für Wohnungen und die Gemeindeverwaltung her. Die Ahnengalerie und die Bibliothek wurden dabei zerstört oder sind abhanden gekommen; Decken- und Wandbemalungen wurden übergestrichen; im Herrenzimmer und im Speisezimmer des Obergeschosses richtete die Gemeinde einen Dorfkonsum ein. Noch bis 1990 befanden sich mehrere Wohnungen in den Gebäuden. Seit dieser Zeit steht das Schloss weitestgehend leer, auch wenn einige Räume des Südflügels für eine Heimatausstellung genutzt werden.
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Bildergalerie
Schloss Rothschönberg
Im Schloss
Lindenallee und Gartenpavillon
www.historisches-sachsen.net
Stand: 01.11.2009