Historisches Sachsen
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Beschreibung
Ob er wohl sein Schloss vermisst hat? Lange Zeit durfte die Bronzebüste des Schlossherrn Adam Rudolph von Schönberg nicht an ihrem angestammten Platz stehen. Doch nun blickt der Geheime Rat, Kammerherr und sächsische Generalpostmeister im Schlosshof wieder stolz auf sein Schloss und scheint sich an den vielen Besuchern zu erfreuen.
Die Geschichte Reichstädts, fünf Kilometer südwestlich von Dippoldiswalde, beeinflusste wesentlich das Schloss mit Rittergut. Eine befestigte Anlage, Vorgänger des heutigen Schlosses, fand bereits Anfang des 14. Jahrhunderts Erwähnung. 1503 kaufte Sigismund von Maltitz den Besitz. Doch das Schloss blieb nicht lange Eigentum der Herren von Maltitz, denn bereits 1569 erwarb es der sächsische Kurfürsten August, dem es als Jagdschloss diente. 1632 teilweise zerstört, bauten die Herren von Taube ab 1639 das Schloss und Rittergut Reichstädt wieder auf.
Nach mehreren Besitzerwechseln gelangte das Schloss 1717 durch Heirat von Charlotte Christiane von Nostitz mit Caspar Abraham von Schönberg auf Maxen in den Besitz der Familie von Schönberg. Das Adelsgeschlecht, das seit Jahrhunderten in Sachsen ansässig war, verwandelte Schloss Reichstädt unter Generalpostmeister Adam Rudolph von Schönberg 1765-76 zu einer barocken Vierflügelanlage mit Park. Das Denkmal von Adam Rudolph von Schönberg im kleinen Schlosshof kündet noch heute von seinem Besitz.
An die seit 1535 bestehenden Gebäude wurde der dreigeschossige Nordflügel mit Walmdach angefügt. Am Gebäude zur Gartenseite heben sich ein vorspringender, mit Schmuckwerk versehener Mittelrisalit und eine zweiläufige geschwungene Treppenanlage heraus. Der Südflügel wird an seinen Ecken durch zwei viergeschossige Türme begrenzt. Prominentester Gast war der russische Zar Alexander I., der 1813 auf einem Feldzug im Schloss Quartier bezog.
Während des zweiten Weltkrieges nutzte man das Schloss auch als Auslagerungsort für Kunstschätze. So lagerten Teile des Brühlschen Schwanenservice in Schloss Reichstädt. Ende Oktober 1945 wurden die letzten Besitzer Hans und Margarete von Schönberg im Rahmen der Bodenreform enteignet und mussten unter Zurücklassung ihres gesamten Besitzes in den Westen fliehen. In den folgenden Jahren diente das Schloss als Schule, Kindergarten, Kinderhort, Kulturhaus und Kreispionierhaus, so dass es trotz des Abrisses großer Teile des Rittergutes und der völligen Entfernung des Mobiliars in seiner Grundsubstanz erhalten blieb.
Nachdem mit der Wende der Nutzungszweck entfiel, suchte der Landkreis einen neuer Besitzer und Nutzungszweck für das Objekt. Schließlich erwarb 1998 Dr. Ilse von Schönberg das Anwesen ihrer Familie zurück. Der Rückkauf verwundert nicht, wird Schloss Reichstädt doch schon seit jeher als etwas Besonderes beschrieben.
Neben regelmäßigen Schlossführungen können heute die Räumlichkeiten auch für Hochzeiten und Feierlichkeiten genutzt werden. Der Gartensaal, mit 170 m² der größte Raum des Schlosses, bietet durch seinen Blick und den Zugang über die Freitreppe zum Park den besonderen Charme.
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Bildergalerie
Schloss Reichstädt
Parkseite des Schlosses
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Stand: 01.11.2009