Historisches Sachsen
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Beschreibung
Etwas abseits des großen Trubels, aber in exponierter Lage, am Fuße des erzgebirgischen Schwartenberges, liegt idyllisch im Flöhatal unmittelbar an der Grenze zur Tschechischen Republik die Gemeinde Neuhausen. Das Ortsbild wird beherrscht vom Schloss Purschenstein, dessen Gründung um 1200 erfolgte. Somit zählt der Besitz zu den ältesten Burg- und Schlossanlagen an der Grenze zu Böhmen.
Der Sage nach soll es von dem böhmischen Ritter Borso II. aus Riesenburg an dem schon im 10. Jahrhundert erwähnten "Alten Böhmischen Steig" erbaut worden sein. Vom Namen des Ritters soll sich Purschenstein ("Borsensteyn" - Stein des Borso) ableiten. Von Böhmen aus drangen die Herren von Riesenburg über den Erzgebirgskamm nach Norden vor und gründeten dort die Herrschaften Sayda, Rechenberg und eben auch Purschenstein. Purschenstein war dabei von besonderer strategischer Bedeutung, lag die Burg doch an der wichtigen und belebten Handelsstraße die den mitteldeutschen Raum mit Böhmen verband.
Im ständigen Ringen um den Besitz zwischen dem König von Böhmen und dem Meißner Markgraf setzten sich schließlich die Wettiner durch, die die Herrschaft Purschenstein 1352 an ihre Vasallen, die Familie von Schönberg, vergaben. Bald daraufhin wechselte die Herrschaft mehrmals, kehrte 1429 aber wieder an die Schönbergs zurück und verblieb über viele Jahrhunderte - bis 1945 - bei der Familie.
Vertreter des Geschlechts von Schönberg besaßen zeitweilig einen maßgeblichen Einfluss auf die kursächsische Wirtschaft und Politik. Auch heute noch ist die adlige Vergangenheit allgegenwärtig: das Wappen der Schönbergs - ein in Rot und Grün geteilter Löwe - prangt im Innenhof des Schlosses und an einem Tor.
Die einstige Zoll- und Geleitsburg war mit "2 Ritterpferden" belegt und besaß Bergwerksberechtigung. Eingegliedert in das spätere Schlossensemble künden noch heute einige Gebäudeteile auf beeindruckende Weise von der einstigen Wehrhaftigkeit der Burg, so z.B. der 42 m hohe Bergfried aus dem 13./14. Jahrhundert mit seinen 2,85 m starken Mauern.
Um 1550 wurden im Stil der Renaissance der dreigeschossige Mittelbau und 1573 der anschließende Wendelstein errichtet. Etwa zur gleichen Zeit entstand der etwas abseits stehende Uhrturm, in welchem sich eine kleine Hauskapelle befand. Der Dreißigjährige Krieg zog das Schloss arg in Mitleidenschaft. Es soll völlig ausgebrannt gewesen sein.
Bedeutend veränderte sich das Schlossgebäude im 18. Jahrhundert, als der damalige sächsischen Generalpostmeister Adam Rudolph von Schönberg den Südflügel 1776-1789 zu einer relativ großen barocken Schlosskapelle umbaute. Etwa auch Mitte des 18. Jahrhunderts erfolgte die Errichtung des Nordflügels. Die Türme erhielten zu jener Zeit barocke, laternenbekrönte Turmhauben, von denen nur noch die des Uhrturms erhalten blieb.
Im 19. Jahrhundert, vor allem zwischen 1835 und 1860, haben Baumaßnahmen das Äußere des Schlosses im neogotischen Charakter beeinflusst. 1839 erfolgte ein kleiner klassizistischer Vorbau am Uhrturm sowie die Errichtung einer Familiengruft im Parkgelände.
Das Schloss bietet heute mit seinen drei Türmen dem Betrachter einen herrlichen Blick. Es besteht aus einem großen Hauptgebäude, zwei Seitenflügeln und drei kleinen Nebengebäuden. Der nördliche Seitenflügel war mit besonders schönen Zimmern ausgestattet. Der südliche Seitenflügel, die Schlosskapelle, diente zugleich als Archiv. Unter der Kapelle errichtete man ein Wasserhaus und hob mittels Kunstgezeuge Wasser aus der Tiefe.
1987 bis 1989 ließ die Gemeinde Schlosspark, Rosenrabatten, Springbrunnen und Schlossteich rekonstruieren. Sie luden fortan die Besucher zu erholsamen Spaziergängen ein.
2005 verkaufte die Gemeinde Neuhausen das Schloss jedoch an einen niederländischen Investor, der es zu einem repräsentativen Hotel ausbaute.
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Bildergalerie
Schloss Purschenstein
Rundturm und Sonnenuhr
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Stand: 01.11.2009