Historisches Sachsen
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Beschreibung
Nieder Rengersdorf ist ein Ortsteil der ostsächsischen Gemeinde Kodersdorf an der Bundesautobahn 4 zwischen Bautzen und Görlitz. Der Ortsteil wurde 1938 zusammen mit Ober Rengersdorf und Torga nach Kodersdorf eingemeindet. Eine erste urkundliche Erwähnung fand Rengersdorf bereits 1305 im 1. Görlitzer Stadtbuch.
Unmittelbar in der Bachaue des Weißen Schöps steht das Schloss Nieder Rengersdorf, das in seinem Kern noch heute als stattliches Bauwerk im Renaissancestil aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erhalten ist. Ursprünglich aus zwei Geschossen bestehend führte ein Umbau um 1800 zur heutigen Gestalt. Man fügte dabei ein drittes Geschoss hinzu und setzte das durchgehende Satteldach auf. Auch die Fassadenbemalung, die bei der Sanierung Ende des 20. Jahrhunderts wieder hergestellt wurde, dürfte aus dieser Zeit stammen. Deutlich heben sich die dunkelroten Fenstereinfassungen von den weißen Wandflächen des Schlosses ab. Das Hauptgesims trägt einen Zierfries mit Ornamenten, die der antiken Architektur entlehnt sind.
So präsentiert sich uns heute ein gut erhaltenes Bauwerk auf T-förmigem Grundriss, das durch seine Lage in mitten grüner Bäume und Wiesen gewinnt. Der Besucher betritt das Schlossgelände über eine kleine Holzbrücke, die den Schöpsbach überspannt. An eine geräumige Eingangshalle schließt sich seitlich das Treppenhaus an. Im schönsten Raum des Schlosses befindet sich das Trauzimmer des Standesamtes. Barocke Stuckornamente deuten auf eine Ausgestaltung zum Ende des 18. Jahrhunderts hin. Ein Kamin füllt die Stirnseite des Raumes.
Das Schloss Nieder Rengersdorf wechselte mehrfach seine Eigentümer. Einer der bekanntesten ist Adolph Traugott von Gersdorff, Herr auf Ober- und Nieder-Rengersdorf, der 1744 in Nieder Rengersdorf geboren wurde. Der Sohn des kursächsischen Obersten Karl-Ernst von Gersdorff und der Johanna Eleonora von Gersdorff, geborene von Richthofen, erlangte als Naturforscher ein hohes Ansehen, beschäftigte sich mit Mineralien und Physik und gründete zusammen mit Karl Gottlob Anton die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften, die noch heute besteht.
1804 kaufte Gottlieb Wilhelm Graf von Bressler auf Lauske das Schloss. Der umtriebige Reichsgraf hatte im 18. und 19. Jahrhundert umfangreiche Ländereien in der Oberlausitz und Schlesien erworben. 1814 - zum Zeitpunkt seines Todes - umfasste der Bresslersche Besitz über 20 Güter.
Bald darauf ging das Rittergut Nieder Rengersdorf unter. 1834 ersteigerte es eine Bietergemeinschaft aus 56 Bauern, Gärtnern und Häuslern aus Rengersdorf. Anfangs noch gemeinsam bewirtschaftet teilte man 1842 das Land und die Gebäude auf, wobei die herrschaftlichen Rechte erloschen. Das Schloss ging 1881 an Edo von Schlicht und 1910 an Dr. Ulrich Ebermann, Geschäftsführer und Hauptaktionär einer Dach- und Falzziegel-Fabrik in Kodersdorf.
Mit der Bodenreform nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auch Dr. Ebermann enteignet. Das Schloss, zwischenzeitlich stark beschädigt, übernahm die Gemeinde Kodersdorf 1948 als Gemeindeverwaltung. Eine Sanierung der alten Bausubstanz zwischen 1995 und 1999 lässt das Bauwerk wieder in seinem alten Glanz erscheinen.
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Schloss Nieder Rengersdorf
Schloss Nieder Rengersdorf
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Stand: 17.05.2014