Historisches Sachsen
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Buch "Schlösser & Burgen in Sachsen"   Buch "Burgenwanderung durch Sachsen"
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Beschreibung
In natürlich geschützter Lage auf einem von drei Seiten von der Spree umflossenen stark erhöhten Granitkegel befand sich vor mehreren hundert Jahren eine der größten und stärksten Burganlagen der Oberlausitz. Nach der Erweiterung des slawischen Altsiedellandes um 1000 bis in den Raum des heutigen Kirschau, legten Sorben zum Schutz der sich kreuzenden Handelsstraßen, der Salzstraße und des Böhmischen Steiges, einen Burgwall um den Gipfel.
Etwa 100 Jahre später begann der Landesausbau durch deutsche Siedler unter Markgraf Wiprecht von Groitzsch. Die alte Sorbenburg Korzyn wurde dabei eingenommen und im Zuge des weiteren Ausbaus durch eine steinerne Burg ersetzt. Die Burganlage besaß früher eine Hauptburg mit Bergfried, Vorburg, Zugbrücke und Bastionen. Ihr Ausbau konzentrierte sich auf die markante Spornspitze. Auf der Ostseite lag der Zugang mit eine Zugbrücke und vier Toranlagen. Die Ringmauer lässt an der Nordostecke noch Reste eines ehemaligen Turmes erkennen.
Die erste Geschichtsschreibung der Burg Körse beginnt im Zusammenhang mit ihrer Zerstörung. Die aufblühenden Städte der Oberlausitz wollten an der Entwicklung des Handels partizipieren. Ihr Wunsch nach Sicherheit der Warentransporte war mit dem örtlichen Adel, der bis dahin die Geleits- und Schutzrecht wahrnahm, nicht mehr zu gewährleisten. Zudem sicherte sich ein Teil des Adels seinen Lebensunterhalt mit Wegelagerei.
Um diese labilen Verhältnisse zu beenden, schlossen sich 1346 Städte der Oberlausitz zum Sechsstädtebund zusammen. Eine ihrer ersten militärischen Aktionen führten sie in Kirschau durch. 1352 zerstörten sie die Burg das erste Mal, weil ihr Besitzer offenbar in Gegnerschaft mit dem Böhmenkönig und dem Sechsstädtebund stand.
Danach nisteten sich Raubritter in die beschädigte Burg ein, die 1359 durch die vollkommene Zerstörung der Befestigung endgültig zur Strecke gebracht wurde. Heute sind als Überreste der einstigen Burg noch eine bis zu drei Metern hohe Ringmauer der Hauptburg sowie der Torbogen der Vorburg zu sehen.
Funde dieser mittelalterlichen Burg werden im Museum, welches am Fuße des Burgberges neu entstand, gezeigt. In zwei Räumen wird die Geschichte der Burg, die Entwicklung der Textilindustrie und die damit verbundene Entwicklung Kirschaus vom ärmlichen Weberdorf zum Industrieort mit kleinstädtischem Charakter, vorgestellt.
An einem funktionstüchtigen Handwebstuhl kann man das Weberhandwerk in seiner Anfangszeit nachvollziehen. Im Foyer des Museums gibt es zu aktuellen Anlässen Sonderausstellungen.
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Stand: 01.11.2009