Historisches Sachsen
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Beschreibung
Im Triebischtal, zwischen Meißen und Nossen gelegen, wurde 1338 erstmals ein Rittergut, der Stammsitz der Familie von Heynitz, urkundlich erwähnt. Ein Wassergraben sicherte die ursprüngliche Burganlage gegen Feinde ab. Die Behauptung, eine noch frühere Wehranlage sei auf Pfählen im Sumpf gegründet worden, konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden. Sollte man jedoch dieser Theorie folgen, so wären erste Hinweise auf eine Pfahlgründung im sumpfigen Gelände bereits aus dem Jahre 1170 zu nennen. Auf ein quadratisches Steinfundament soll ein fünf bis acht Meter hoher Bruchsteinturm gesetzt worden sein, den man durch eine Fachwerkkonstruktion und ein Satteldach erhöhte. Wassergräben und Holzpalisaden, die man um 1250 durch eine Ringmauer ersetzte, boten den erforderlichen Schutz. Die beim Grabenaushub gewonnene Erde nutzten die Bauherren zur Erhöhung des Burgplateaus.
Auf geschichtlich gesichertem Boden stehen wir ab dem 14. Jahrhundert. Der älteste Teil des heutigen Schlosses ist der viergeschossige Wohnturm aus dieser Zeit. Sein steiles Satteldach überragt die anderen Schlossflügel. Der Nordflügel kam im 15. Jahrhundert hinzu.
Die im Land einsetzende "Entfestigung" von Burganlagen blieb auch in Heynitz nicht ohne Folgen. Zwischen 1510 und 1519 fand der Ausbau des Schlosses nach Süden statt, so dass die Anlage nach allen Seiten geschlossen war. Um der Nordfassade ein ansprechendes Aussehen zu geben, setzten die Baumeister zwei abgestufte Ziergiebel auf, die mit den beiden Erkern dem Schloss einen Renaissancecharakter gaben. Den kleineren Erker in östlicher Richtung gestalteten sie dabei aufwändig. Er trägt die Wappen derer von Heynitz und von Lauterbach sowie die Jahreszahl 1585, die die Vollendung der Schlossanlage markiert.
Durch Zuschüttung der Wassergräben, die den Herrensitz einst umschlossen, entstand um 1800 ein romantischer Landschaftsgarten mit Schlossteich.
In den Jahren 1847-49 führte der Oberlandbaumeister Moritz Haenel nochmals umfangreiche Baumaßnahmen durch. Den Wendelstein im Südosten des Innenhofes ersetzte er durch ein Treppenhaus. Neben dem Bau der Freitreppe nahm Haenel Vergrößerungen der Fenster und räumliche Veränderungen im Innern vor.
Schloss Heynitz war der Stammsitz des über ganz Sachsen verbreiteten gleichnamigen Geschlechts. Aus der Familie von Heynitz gingen bedeutende Wissenschaftler und Staatsmänner hervor. So war der Bergfachmann Friedrich Anton Freiherr von Heynitz (1725-1802) 1765 an der Gründung der Bergakademie in Freiberg beteiligt.
Von der Gründung bis zur Bodenreform war Schloss Heynitz im Besitz der Familie. Nach dem 2. Weltkrieg nutzten dann das Gemeindeamt, ein Kindergarten und andere die Räume. 2004 kauften die Familien von Heynitz und von Watzdorf das Schloss wieder zurück. Es ist für Kammerkonzerte, kunsthistorische Führungen und anspruchsvolle Seminarprogramme auch der Öffentlichkeit zugänglich.
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Bildergalerie
Turmbau an der Süd-West-Ecke
Schloss Heynitz
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Stand: 01.11.2009