Historisches Sachsen
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Beschreibung
Der Ursprung der Stadt Großenhain liegt über 1.000 Jahre zurück. Bereits um 900 entstand an der Stelle der heutigen Stadt die slawische Siedlung Ozzec. Entscheidend für die Gründung der Stadt Hayn um 1200 durch den Markgrafen von Meißen war die Kreuzung zweier bedeutender Handelsstraßen: Die "Hohe Straße" von Leipzig nach Breslau, die an dieser Stelle die Röderaue überquerte, und eine Straße von Norden nach Böhmen. Ihren Namen "Großenhain" erhielt die Stadt erst 1856.
Großenhain war im Mittelalter neben Zwickau und Görlitz ein Zentrum der Tuchmacherei. Der Stadtgrundriss ähnelt einem Kreis, in dem sich um den zentralen Marktplatz herum ein verhältnismäßig regelmäßiges Straßennetz ordnet. Etwas abseits befindet sich das Schloss, das einst - mit einem Wassergraben umgeben - in die umlaufende Stadtbefestigung einbezogen war.
Die ehemalige Burg entstand etwa gleichzeitig mit der Stadt in der Endphase der Kolonisation. 1220/27 ist das Wirken eines Vogtes urkundlich bezeugt. Bereits 1289 wurde die Burg als eine der Wichtigsten in der "Hayner Pflege" genannt. Zeitweilig diente sie als Residenz der Söhne des Landgrafen Albrecht und als Sitz eines Vogtes als Vertreter der Markgrafen von Meißen.
Nach Zerstörungen infolge eines Stadtbrandes im 16. Jahrhundert ließ Kurfürst August die Schlossgebäude wieder herstellen und richtete ein Amt darin ein. Belagerung und Verwüstung durch schwedische Truppen im Dreißigjährigen Krieg und Zerstörungen im Nordischen Krieg setzten dem Schloss jedoch gehörig zu. Im 18. Jahrhundert benötigte man das baufällige Schloss nicht mehr. Es verfiel zur Ruine.
Erst nach 100 Jahren sollte sich für die Schlossgebäude wieder eine Verwendung finden. Zunächst ab 1833 als Brauerei und Holzhof genutzt, erwarb zwei Jahre später die Familie Eckhardt die Gebäude und richtete darin eine Wollgarnfabrik ein. In den Bergfried aus dem 13. Jahrhundert installierte man 1836 einen Schornstein. 1856 entstand der viergeschossige Fabrikbau, der das Aussehen des Schlosses bis heute bestimmt.
Erst mit der Einbeziehung des Schlossbereiches in die Planung der 3. Sächsischen Landesgartenschau im Jahr 2002 eröffneten sich neue Möglichkeiten der Gestaltung des Schlossgeländes zu einem Kulturzentrum. Nebengebäude wurden abgerissen und der alte Burggraben freigelegt. Lange diskutierte man die Erhöhung des bauhistorisch bedeutsamen Bergfrieds. Schließlich wurde sie mit Ziegeln des heutigen Formats ausgeführt, wobei die Erhöhung im oberen Teil durch einspringende Ecken klar als jüngste Zutat ablesbar bleibt.
Das Schloss bietet heute Möglichkeiten für Festlichkeiten und Konzerte. Ein Restaurant sorgt für die Bewirtung der Gäste.
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Schloss Großenhain
Schloss Großenhain
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Stand: 01.11.2009