Historisches Sachsen
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DVD "Schlösser & Burgen in Sachsen"

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Beschreibung
Bei manchen Schlössern hat man das Gefühl, diese schon einmal woanders gesehen zu haben. Beim Schloss Ober Gebelzig verhält es sich auch so. Unvermittelt glaubt der Besucher vor dem Schloss Milkel nördlich von Bautzen oder gar vor dem Schloss Moritzburg zu stehen. Mit seinem gelben Anstrich und den beiden Rundtürmen an den Seiten ähnelt das Schloss sehr stark seinen sächsischen Verwandten. Doch es gibt einen Unterschied: Während die Türme in Milkel und Moritzburg älteren Datums sind, handelt es sich bei den Türmen in Gebelzig um Zugaben aus dem frühen 20. Jahrhundert. Artur von Teichmann und Logischen, der 1910 das Rittergut erworben hatte, fügte sie bei Umbauten in den Jahren 1911/12 hinzu, um dem Schloss den Eindruck eines mittelalterlichen Herrensitzes zu geben.
Dabei wäre die bewusst herbeigeführte Täuschung gar nicht notwendig gewesen, denn angenommen wird, dass es in Gebelzig schon seit dem Ende des 14. Jahrhunderts einen Herrensitz gab. In Gebelzig befand sich ein Stammgut der weit verbreiteten Adelsfamilie von Gersdorff, dessen hier ansässiger Zweig sich zeitweise auch "von Gebelzig" nannte. Das Gut vererbte sie im Laufe der Zeit stets an Familienmitglieder. 1658 kam es jedoch zu einer Teilung. Christoph von Gebelzig hinterließ nach seinem Tode Heinrich Otto das Gut Nieder Gebelzig, während Hans George Gut Ober Gebelzig erhielt. Der Gutshof in Nieder Gebelzig ist heute verwahrlost. Das Herrenhaus wurde 1990 abgebrochen.
Ober Gebelzig gelangte 1687 an Heinrich Wenzel von Hundt und Alten-Grottkau. Diese schlesische Adelsfamilie wurde im 17. Jahrhundert in der Oberlausitz ansässig. Sie trug im Laufe der Zeit einen reichen Grundbesitz zusammen, so u.a. die Schlösser Unwürde und Kittlitz. 1731 erbte Carl Gotthelf von Hundt und Alten-Grottkau den väterlichen Besitz. Der adlige Herr war ein glühender Vertreter der Freimaurer. Diesen Umstand war es auch zu verdanken, dass er 1767 seinen Besitz veräußern musste, denn die Begeisterung für die Freimaurerei kostete ihm viel Geld. Der Besitz ging zunächst an Carl Ludwig von Leubnitz und später an Gottfried Wende. Für ihn wurde um 1839 auch das Schloss errichtet. Es erhielt eine klassizistische Fassadengestaltung und eine Mittenbetonung durch einen breiten Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel.
1910 gelangte Ober Gebelzig an den kaiserlichen Legationsrat Artur von Teichmann und Logischen. Der Herr veranlasste in den Jahren 1911/12 den grundlegenden Umbau des Schlosses, bei dem auch die beiden Rundtürme mit ihren kuppelförmigen Dachhauben hinzugefügt wurden. Den Mittelrisalit ergänzte eine Vorhalle mit vier Säulenpaaren. Den so entstandenen Balkon im Obergeschoss umgab ein schmiedeeisernes Gitter. Über die Eingangshalle und die Haupttreppe erschlossen sich die herrschaftlichen Räume in der oberen Etage.
Die Familie von Teichmann und Logischen blieb bis zu ihrer Enteignung im Besitz des Schlosses. 1946 richtete man in seinen Räumen eine Schule ein. Für die Schulnutzung waren jedoch verschiedene Umbauten erforderlich. So musste 1985/86 das alte Dach einem neuen Dachgeschoss weichen, das zusätzliche Klassenzimmer zur Verfügung stellt. Mit den letzten Umbauten 2006-08 erfolgten weitere tiefgreifende Änderungen im Innern. Heute beherbergt das Schloss Ober Gebelzig die Grundschule der Gemeinde Hohendubrau sowie einen Kindergarten. Auch die zum Rittergut gehörenden Wirtschaftsgebäude konnten einer neuen Nutzung zugeführt werden. Der Stalltrakt dient als Dorfgemeinschaftshaus und Markthalle und in der alten Scheune ist ein Bauhof untergebracht. So bliebt das Hofgeviert in seiner historischen geschlossenen Gestalt erhalten.
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Bildergalerie
Schloss Ober Gebelzig
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Stand: 07.08.2011