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Beschreibung
Das Schloss Frohburg, das sich auf einer Anhöhe über der Wyhra am nordwestlichen Rand der Stadt erhebt, entstand im 16. Jahrhundert anstelle einer Burg. Die massive schlichte Vierflügelanlage verkörpert den Typ feudaler Landschlösser der Frührenaissance.
Über das Aussehen der mittelalterlichen Burg können nur Spekulationen angestellt werden. Die Überbauung mit dem Renaissanceschloss macht es unmöglich, sich von der früheren Burg ein fundiertes Bild zu verschaffen. Die Schlossgebäude haben alle Reste der Burg beseitigt. Einzig die Spornlage und die noch heute unregelmäßige Bauform des Schlosses geben Hinweise auf die frühere Bausituation.
Zu vermuten ist, dass ein Halsgraben - der zur Zeit des Schlossbaus verfüllt wurde - die Spornspitze abriegelte. Auch eine Vorburg im Süden und ein Turm - für den es jedoch keine Anhaltspunkte gibt - sind denkbar. Der Zugang zur Burg dürfte im Mittelalter im Süden gelegen haben.
Die Jahreszahl 1544 und das Wappen derer von Techwitz dokumentieren den Beginn der Erbauung des Schlosses, die durch Kriege bzw. Verschuldung immer wieder zu Unterbrechungen führte. Durch seine Verzierungen im Stil des Klassizismus vom Anfang des 19. Jahrhunderts gelangte das Schloss über die Grenzen Sachsens hinaus zu Ruhm.
Frohburg liegt in unmittelbarer Nähe der Burgen Kohren und Gnandstein. Diese Konzentration hängt sicher mit der Grenzlage zwischen dem Reichsland Pleißen und der Mark Meißen zusammen. Das Reichsland Pleißen erschlossen zum Ende des 12. Jahrhunderts die Burggrafen von Altenburg. Sie hielten sich auch regelmäßig in Frohburg auf. So wurde 1198 erstmals ein Albertus de Vroburg - ein Mitglied der Altenburger Burggrafenfamilie - genannt. Wie Kohren und Gnandstein hatte auch die Burg Frohburg die Aufgabe, die von Leipzig durch das Wyhratal verlaufende Straße über Chemnitz nach Prag zu schützen.
Schon früh verband Gnandstein nicht nur die territoriale Lage mit Frohburg. Auch das Geschehen beeinflussten zunehmend die Marschälle von Gnandstein. Nach dem Aussterben der Burggrafen von Altenburg Anfang des 14. Jahrhunderts, wurden die Marschälle in Frohburg ansässig. Um 1300 gewann Friedrich der Freidige als Markgraf von Meißen das Pleißenland und war damit auch gleichzeitig Herr über Frohburg. Die Verwaltung übergab er einem Vogt, später den Marschällen.
Die Herrschaft Frohburg gliederte sich bereits Mitte des 14. Jahrhunderts in einen markgräflichen und einen nichtmarkgräflichen Teil. Nach der Verdrängung der Marschälle aus Frohburg 1408 erfolgten weitere Zersplitterungen des Besitzes. Erst mit der Zusammenführung der Teile im 16. Jahrhundert entstanden Pläne zum Bau eines neuen Schlosses.
Die Geschichte der Besitzer des Schlosses ist ebenso wechselvoll wie seine Baugeschichte. 1544 begann Nickel von Techwitz an der Stelle der alten Burg mit dem Bau des Schlosses. 1549 musste er den begonnen Neubau aber wegen Überschuldung an Melchior von Kreutzen verkaufen, der das Schloss bis 1554 vollendete. Die trapezförmige Gestalt des Schlosses ist der Ausnutzung fast der gesamten Spornspitze geschuldet. Schlichte Gebäude umschließen den unregelmäßigen viereckigen Hof. Bei den Bauarbeiten nahm man gleichzeitig eine Entfestigung vor und trug den vermuteten Bergfried ab.
Die Familie von Kreutzen saß bis 1649 in Frohburg. Dann wechselten mehrfach die Besitzer. Schließlich begann 1681 unter Friedrich von Born eine zweite Bauphase, in der der West- und der Südflügel ihre heutige Gestalt erhielten. Mit dem Erwerb durch die Familie Blümner 1777 trat eine Kontinuität in der Besitzerfolge ein. 1853 gelangte das Schloss durch Heirat an den Freiherr von Falkenstein und später, ebenfalls durch Heirat, an den sächsischen Generalleutnant Carl Krug von Nidda. Die Familie Krug von Nidda und von Falkenstein, wurde im Zuge der Bodenreform enteignet.
Bis 1945 gehörte Frohburg mit ca. 1.000 Hektar zu den größten Rittergütern in Sachsen. Nach 1945 erhielt die Stadt das Schloss als Eigentum. Ein 1917 gegründetes Museum befindet sich seit 1974 in seinen Räumen und beherbergt heute die Dauerausstellung des in dieser Region bekannten Keramiker Kurt Feuerriegel mit etwa 8.000 Arbeiten sowie eine Sammlung historischen Spielzeugs.
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Bildergalerie
Schlosses Frohburg
Schlosshof mit Nord- und Ostflügel
www.historisches-sachsen.net
Stand: 01.11.2009