Historisches Sachsen
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Beschreibung
Zwischen der Elster im Westen und dem Elbedurchbruch im Osten, verläuft das Erzgebirge, über 130 Kilometer lang und bis zu 40 Kilometer breit, im Grenzgebiet zwischen Sachsen und Böhmen. Die höchsten Erhebungen sind der Keilberg (1243 m) in der Tschechischen Republik und der Fichtelberg (1214 m) bei Oberwiesenthal.
Reiche Erzvorkommen ließen schon früh Siedlungen und befestigte Anlagen entstehen. Auch das Gebiet südlich von Chemnitz fand bereits Anfang des 13. Jahrhunderts eine Erwähnung.
Weithin sichtbar krönt die Augustusburg - einer Festung gleich - den Nordrand des Erzgebirges. In nur vier Jahren Bauzeit wurde dieses imposante Bauwerk geschaffen. Das größte Schloss des Erzgebirges und eine der bedeutendsten Renaissanceanlagen Deutschlands liegt auf dem Schellenberg 515 m über NN.
Vor mehr als 400 Jahren ließ der sächsische Kurfürst August (1526-1586) anstelle der abgebrannten Burg Schellenberg die Augustusburg als Jagd- und Lustschloss erbauen. Von außen fasziniert sie durch ihre Monumentalität und architektonische Schönheit. Baumeister war der Leipziger Bau- und Bürgermeister Hieronymus Lotter, der zwischen 1568 und 1572 dieses Bauwerk errichtete. Ihm zur Seite standen der Niederländer Erhard van der Meer, Baumeister des Grafen von Schwarzburg, und ab 1571 der berühmten Festungsbaumeister aus Heidelberg, Graf Rochus von Lynar. Dazu gesellten sich "täglich 100 Mann zu Handlangerdiensten und 1000 Mann zu Mauer und Zimmerarbeit".
Auf der exponierten Porphyrkuppe erhebt sich eine vollkommen regelmäßige Renaissanceanlage, deren vier quadratische, turmartig erhöhte Eckbaukörper durch schmalere Trakte miteinander verbunden sind. Die Türme haben Namen, von denen man die historische Nutzung oder funktionale Zusammenhänge ableiten kann: "das Lindenhaus gegen N.O., das Sommerhaus gegen N.W., das Hasenhaus gegen S.W. und das Küchenhaus gegen S.O.".
Der geschlossene Innenhof erhält durch die Anordnung der Ecktürme den Grundriss eines griechischen Kreuzes. An der Südseite dieses Quadrates schließt sich ein langgestreckter Hof an, den ein Stall- und Wirtschaftsgebäude umgibt. Inmitten des Hofes befindet sich das Brunnenhaus mit dem 130,6 m tiefen Brunnen und dem Göpelwerk.
Der verhältnismäßig nüchterne Eindruck des Schlosses ist das Ergebnis von Reduzierungen der Bausubstanz um 1800. Christian Traugott Weinlig restaurierte 1799-1809 den vernachlässigten Bau, dessen Innenausstattung fast völlig abhanden gekommen war, im klassizistischen Stil. Die ursprünglich reich gegliederte Dachzone mit Erker und Balustraden veränderte er dabei radikal.
Noch vorhandener äußerer Hauptschmuck sind die beiden Portale im Nord- und Südflügel. Das schönste Portal ist das Südportal mit Löwen und kurfürstlichem Wappen von 1614. Darüber erhebt sich der Glockenturm mit einer 1734 in Dresden gegossenen Glocke.
Die Schlosskirche ist eine der wenigen in Deutschland nach der Reformation noch vorhandenen Renaissancekirchen. Sie entstand nach Plänen des Niederländers Erhard van der Meer. An drei Seiten des Kapellenraumes umlaufende Emporen werden von einer architektonischen Ordnung gegliedert, der Raum ist von einem Tonnengewölbe überspannt. Den prächtigen holzgeschnitzten Altar beherrscht das Altarbild von Lucas Cranach d.J.
Schloss Augustusburg beherbergt verschiedene Museen. Das Kutschenmuseum präsentiert ca. 20 Kutschen und Schlitten der letzten drei Jahrhunderte. In der Dauerausstellung des Motorradmuseums wird die über 100jährige Geschichte des motorisierten Zweirades anhand von 170 erlesenen sowie technisch und historisch bedeutenden Exponate eindrucksvoll präsentiert. Der gesamte Fundus des Museums umfasst 450 Fahrzeuge und gehört damit zu den anspruchvollsten und umfangreichsten Motorradsammlungen Europas. Im Museum für Jagdtier- und Vogelkunde des Erzgebirges werden rund 120 präparierte Vögel und jagdbare Säugetiere in 48 naturnah gestalteten Dioramen gezeigt.
Darüber hinaus kann man vom Aussichtsturm - zu erreichen über 130 Stufen - eine wunderschöne Fernsicht in die Erzgebirgslandschaft genießen.

Drahtseilbahn
Wer eine ganz besondere Anreise zur Augustusburg genießen will, parkt am besten in Erdmannsdorf und nutzt schon des schönen Ausblicks wegen die 1,2 Kilometer lange Drahtseilbahn, die den Höhenunterschied von 168 Metern bis zur Augustusburg in rund 8 Minuten überwindet.

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Bildergalerie
Schloss Augustusburg
Südfront des Schlosses
Löwenwappen am Südportal
Nordportal
www.historisches-sachsen.net
Stand: 01.11.2009