Historisches Sachsen
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Beschreibung
Die große Kreisstadt Auerbach im sächsischen Vogtlandkreis wird gern auch als "Drei-Türme-Stadt" bezeichnet, ziehen doch die Türme der katholische Kirche "Zum Heiligen Kreuz" am katholischen Berg, der evangelische Kirche "St. Laurentius" am Altmarkt sowie der ehemalige Burgturm die Blicke der Besucher auf sich. Der Burgturm, heute als Aussichtsturm zugänglich, ist der Rest einer Spornburg auf einem Bergsporn hoch über der Stadt.
Die Burg Auerbach bildete um die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert einen regionalen Mittelpunkt. Zu dieser Zeit fand die deutsche Aufsiedlung des Göltzschtales unter der Leitung der Vögte von Plauen und Weida statt. Der Wehrbau war kein Herrensitz, sondern stand unter der Verfügungsgewalt der Vögte, die Amtleute, wie den im 13. Jahrhundert erwähnten Conradus de Urbach, einsetzten.
Bereits 1349/50 beanspruchten die Wettiner die Lehnshoheit über Auerbach, konnten diese zunächst jedoch nicht durchsetzen. Erst als die Vögte von Plauen 1402 Burg und Stadt Auerbach an Markgraf Wilhelm I. von Meißen verpfändeten, wurde Auerbach endgültig wettinisch. Das Jahr 1402 brachte den Wettinern ohnehin einen erheblichen Besitzzuwachs durch die siegreich beendete Fehde um Burg und Burggrafschaft Dohna. Der doninsche Stammbesitz fiel in wettinische Hand und die Burggrafen flohen außer Landes. Doch muss einer von ihnen in besonderer markgräflicher Gnade gestanden haben, denn Kurfürst Friedrich verlieh Friedrich von Dohna 1425 Auerbach als wettinisches Lehen.
Die Donins wurden um 1500 von den Herren von der Planitz abgelöst. Nachfahren saßen bis in das 19. Jahrhundert auf den aus der Herrschaft Auerbach hervorgegangenen Rittergütern. Eine besondere Ehre wurde der Familie von der Planitz zuteil, als Kaiser Karl V. 1522 auf dem II. Nürnberger Reichstag dem kursächsischen Geheimrat und Reichskammergerichts-Assessor in Speyer Dr. jur. Hans von der Planitz das Prädikat "Edler" verlieh, das die Familie fortan führte.
Nachdem Georg Edler von der Planitz verstarb, teilten seine Söhne 1599 den Besitz in die beiden Rittergüter unteren und oberen Teils auf. Die Burg Auerbach, zwischenzeitlich zu einem Schloss ausgebaut, gehörte zum Rittergut unteren Teils. Die Schlossgebäude wurde 1626 und nochmals 1757 durch Brände zerstört. Der zweite Brand führte schließlich zur Abtragung der Burg, mit Ausnahme des Bergfrieds.
Unterhalb der Burg errichtete man ein neues Herrenhaus, das heute das Stadtmuseum Auerbach beherbergt. Das barocke Haus ist sehr schlicht gehalten. Lediglich der Dreiecksgiebel mit dem Wappen der Familie von der Planitz verrät seine edle Herkunft. Typisch für barocke Gebäude ist die symmetrische Gliederung der Fensterachsen. Ein drei Fensterachsen breiter Mittelrisalit tritt deutlich am zweigeschossigen Bau hervor.
1839 verkauften die Edlen von der Planitz die beiden Rittergüter an Heinrich von Bünau, der die Gutsbetriebe zusammenlegte. Schließlich erwarb 1912 die Stadt Auerbach das gemeinsame Rittergut von Adolf Volkmar Opitz, nachdem sie bereits 1905 die Burgruine übernommen hatte.
Die Burg Auerbach lag in ausgeprägter Spornlage mit einem inneren Kernbereich und einem Zwinger. Die Vorburg befand sich im Rittergutsbereich; noch vorhandene Keller geben dafür Anhaltspunkte. Von der Burg erhalten ist der Turm, der in seinem unteren Teil dem mittelalterlichen Bergfried entspricht. Sein Zugang erfolgte - die üblich - in ca. 12 Metern Höhe über eine Leiter. Erst 1850 schuf man einen ebenerdigen Eingang und baute eine Wendeltreppe hinein. Das Dach ist eine Zutat aus dem Jahre 1909, als man den Turm auf 43 Meter erhöhte.
Am Fuß des Turmes lädt eine Gaststätte zum Besuch ein. Der Burgturm kann zu den Öffnungszeiten des Stadtmuseum bestiegen werden.
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Bildergalerie
Burg Auerbach
Herrenhaus Auerbach u.T.
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Stand: 13.11.2015